3 Länder in 3 Tagen

Am Sonntag treibt es uns weiter. Für einen weiteren Hafentag haben wir noch nicht die nötige Ruhe. Ein schöner Segeltag.

Nach 40 Seemeilen erreichen wir den Yachthafen in Nieuwpoort. In der langgezogenen Hafeneinfahrt herrscht nachmittags Hochbetrieb.

imageOffensichtlich sind viele Wochenend-Segler unterwegs. Kein Wunder bei dem schönen Wetter.

Wir können direkt am Besuchersteg liegen bleiben und lassen den Tag mit Grillen, Karten spielen und Livemusik (die von irgendwo laut durch den Hafen schallt) gemütlich ausklingen.

Der Montag beginnt bereits früh gegen 4.30 Uhr, da unser nächstes Ziel -die Marina von Calais- aufgrund der Tide nur bis zum frühen Nachmittag erreichbar ist und wir aufgrund des Gegenwindes und des Gegenstromes einen grosszügigen Puffer haben möchten.

imageWir schleichen uns durch die küstennahen Fahrwasser und sind bereits Mittags kurz vor Calais.

Spontan entscheiden wir, direkt bis Dover durch zu fahren. Der Wind ist inzwischen komplett eingeschlafen und bei strahlendem Sonnenschein und fast spiegelglattem Wasser queren wir völlig unspektakulär den Englischen Kanal. Es ist so gut wie kein Verkehr und nur einmal müssen wir ein bisschen bremsen, um einen Frachter vorbei zu lassen.

Der Hafen von Dover ist stark von der Fähr-Industrie geprägt. Wir bekommen einen Liegeplatz im Granville Dock. Dieser Hafenteil ist durch ein Schleusentor vor der Tide geschützt. Der Strand ist steinig.

imageDer Baustellenlärm (Bau eines 2. Terminals) weithin hörbar. Wir gehen in der Stadt noch ein Eis essen und grillen an Bord.

Während wir bei unserer Ankunft am Nachmittag noch auf Mauer gucken, können wir zu Hochwasser um 23 Uhr auch über die Mauer gucken.

imageDer Tidenhub beträgt hier ca. 5,40 m.

Wir überlegen, in Dover noch einen Tag zu bleiben und Dover Castle zu besichtigen. Am Abend entscheiden wir uns jedoch , am nächsten Morgen nach Eastbourne zu fahren, und dort die Crew der SY Diana  wieder zu treffen, von der wir uns in Zeebrügge kurzzeitig getrennt haben.

Gegen 8.30 Uhr öffnen die Schleusentore und wir verlassen mit vielen anderen den Hafen. Die ersten beiden Stunden haben wir wenig Wind und wir motoren. Der Wassermacher läuft nun täglich für 1 Stunde mit und füllt unsere Tanks. Die erste Probeflasche hatten wir bereits am Freitag gezapft. Das  Wasser schmeckte und stolz haben wir unseren ersten Kaffee damit gekocht. Erst am Abend haben wir realisiert, wo wir den Wassermacher angemacht haben: ganz kurz nach der Passage „Hoek van Holland“. Na! Da gibt es bessere Ecken dafür :-). Der Rest der Flasche wandert dann doch lieber in den Abfluss. Am Mittag frischt der Wind auf. Das Wetter ist fantastisch und liefert optimale Parasailor-Bedingungen.

imageWir segeln mit unserem Lieblingssegel bis kurz vor die Hafeneinfahrt nach Eastbourne und kommen leider direkt zu Niedrigwasser dort an.

imageDas Fahrwasser ist sehr eng und zu dieser Zeit darf man keinen Zentimeter raus.

Die Schleuse ist bereits voll und wir warten in dem engen Hafenbecken auf die nächste Schleusung. In der Schleuse gibt es heftige Strudel.

imageGanz schön beeindruckend. Gut, dass wir ordentlich festgemacht haben. Noch in der Schleuse kommt ein Hafenmitarbeiter zu uns runter und weist uns einen Liegeplatz zu.

Ein wirklicher schöner Hafen, der uns dazu verleitet, mit der Diana-Crew morgen noch einen Hafentag einzulegen.

 

[ssba]

5 Kommentare

  • Ilka

    20. Juli 2016 at 9:34 Antworten

    Dover Castle wäre es aber wert gewesen….. Ansonsten ist Dover ja nicht wirklich spannend – wir haben 2014 dort wegen eines Sturmtiefs eine Woche festgehangen….. 🙁

  • Steffi

    20. Juli 2016 at 10:03 Antworten

    Ihr Lieben…

    Merkwürdiges Gefühl, euer Logbuch zu lesen. Normalerweise kennt man Aussteiger nicht persönlich, nimmt aber natürlich trotzdem oft mit großem Interesse an deren Tagesablauf teil.

    Bei euch hinzugekommen sind ein Gefühl der Sehnsucht (wie gerne wäre ich bei euch an Bord, zumindest bis zu den Kanaren; Robin, rutsch‘ ein Stück beiseite, ich brauche auch nicht viel Platz 😉 ) und irgendwie ein dicker Kloß im Hals…! Aber zu sehen, dass es euch gut geht, ihr immer mehr zur Ruhe kommt und die ersten Tage gut gelaufen sind, ist natürlich toll!
    Passt weiterhin gut auf euch auf, geniesst das Leben in vollen Zügen!

    Ich lese sehr gerne von euch – auf allen Kanälen (oh, zweideutig! 🙂 )!

    Dicken Drücker für euch drei von den LehSchlüWis!

  • Henning

    20. Juli 2016 at 23:04 Antworten

    Oh Mann, das Fernweh packt einen, nein mich im speziellen wenn man die Beschreibungen liest. Das sind ja top Bedingungen. Für den Auftakt der Reise genau richtig. Also immer die Nase in den Wind und schreibt uns so viel ihr könnt. Lg

  • Annika

    21. Juli 2016 at 17:46 Antworten

    Ich liebe den Spi!! Leider hab ich den bisher noch nie live gesehen…

    Den Strudel finde ich übrigens ziemlich gruselig – die Schleuse wirkt auf dem Bild eher wie ein Knast 😉 Aber dahinter wartet die Freiheit! Ach ja… Fernweh… Bis vor einige Tagen kannte ich den Begriff quasi nicht einmal!

  • Roswitha

    24. Juli 2016 at 15:57 Antworten

    Hey..Immer wieder schön, von euch zu lesen und die tollen Fotos zu sehen. Weiter so ? wie sagt man denn beim segeln? Ahoi ? LG

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