Besuch aus der Heimat – ein Gästeeintrag

Lange wurde es geplant und endlich ist es soweit. Tobias (Anjas ältester Sohn), Daniel (mein Sohn) und ich (Britta, Anjas Schwester) besuchen die Drei für zwei Wochen in der Karibik.

Nach einem ruhigen Flug von Amsterdam nach St. Maarten empfängt uns eine durchnässte Anja am Flughafen. Was ist denn hier los? Wer hat das Wetter kaputt gemacht? Regen? In der Karibik? Den könnten wir auch zu Hause haben, wenn auch nicht so warm. Das kann und muss besser werden.

Nach freudiger Begrüßung und einer kurzen Autofahrt erreichen wir den Hafen Marina Fort Louis in Marigot und werden auch von Andre und Robin willkommen geheißen.

Nachdem auch unser Gepäck an Bord gewuchtet wurde, fragt man sich allerdings wie das alles in die Kajüten passen soll. Man tritt sich gegenseitig auf die Füße, schiebt die Taschen von links nach rechts und Anja sucht verzweifelt für alles einen Platz. Aber sie schafft das Unmögliche und wir können unser Wiedersehen bei unserem ersten Sundowner (Rumpunsch) feiern.

Am Montagmorgen (10.04.2017) fangen wir den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück an und verlegen danach das Schiff in eine Bucht, die vor der Marina liegt.

Wir verbringen den Tag mit schwimmen gehen, sonnen, lernen das Schiff und die Gepflogenheiten darauf kennen und starten am frühen Abend auf unsere erste Nachtfahrt in Richtung der British Virgin Islands (BVI).

Na, hoffentlich geht das gut. Ein wenig mulmig ist mir ja schon zu Mute, da ich mit Segeln bisher noch gar nicht in Berührung kam. Anja rät mir vorsichtshalber mal eine Tablette zu nehmen und schon geht es los.

Überraschenderweise sind es aber Tobias und Daniel, denen irgendwann etwas übel wird. Also werden auch sie mit Tabletten versorgt und wir machen es uns im Außenbereich gemütlich. Soviel Ablenkung hatte Anja wohl noch nie bei Ihrer Schicht 😉

Irgendwann verschwinden wir aber doch in unsere Betten und können überraschenderweise sogar etwas schlafen. Beim Aufstehen merken wir Besucher, dass die Sonne es hier doch ganz schön in sich hat und wir das Eincremen wohl am Vortag etwas vernachlässigt haben. Unsere Rücken haben alle gut Farbe bekommen, aber leider die falsche. Das bedeutet wohl, die nächsten Tage lieber mit T-Shirt schwimmen zu gehen. Dadurch lassen wir uns aber nicht die gute Laune verderben und am frühen Vormittag erreichen wir die BVIs, genauer gesagt Virgin Gorda. Ich bin ganz überrascht wie grün die Inseln sind.

In Gun Creek erledigt Andre den bürokratischen Teil der Einreise und dann kann der Urlaub richtig starten J

Wir entscheiden uns als erstes für die Malone Bay. Man hat einen schönen Blick auf einen Strand mit ein paar Palmen und wir gehen das erste Mal richtig schwimmen.

Leider ist das Wasser hier allerdings recht trüb und nicht richtig zum Schnorcheln geeignet, sodass wir uns am nächsten Tag ein Stück weiter verlegen, zwischen Prickley Pear Island und Eustatia Island.

Es ist richtig schön hier und wir verbringen zwei Tage mit schnorcheln, spielen, kochen (und leider auch spülen) und genießen endlich mal wieder Zeit miteinander. Da die Diana auch in der Nähe ankert, gehen wir zusammen schnorcheln und trinken den obligatorischen Sundowner am Strand. Dort sehen wir sogar einen springenden Rochen im Meer ganz in unserer Nähe (ok, manche von uns sehen ihn).

Am nächsten Morgen beschließen wir, zu der Insel Anegada zu segeln. Auf der gut 4stündigen Fahrt sehen wir sogar ein paar Delfine. Zwar weit weg, aber immerhin. Am Ziel werden wir mit einem fantastischen Anblick begrüßt. Türkisfarbenes Meer, weißer endloser Strand und blauer Himmel. So habe ich mir Karibik vorgestellt J Auch hier verbringen wir zwei wunderschöne Tage (14.-16.04.2017). Bei einem langen Strandspaziergang erkunden wir etwas die Insel, gehen viel schwimmen und genießen abends die tollen Sonnenuntergänge.

Da es recht windig werden soll, überlegen Anja und Andre, wie es weitergehen kann. Sie entscheiden, dass wir als nächstes Marina Cay ansteuern werden. Nach der Ruhe und Einsamkeit bei Anegada kommt es mir hier vor wie auf einem Zurbrüggen-Parkplatz mit Autobahnanbindung. Die Schiffe liegen in Reihen eng nebeneinander und links und rechts segeln bzw. motoren Schiffe an einem vorbei. Hier verzichte ich dann doch mal lieber auf das Schwimmen gehen.

Da auch die Diana hier liegt, beschließen wir, zusammen die kleine Insel zu erforschen. Wir steigen also alle ins Dinghi (mit 6 Personen mehr als voll) und Andre fährt uns den kurzen Weg zur Anlegestelle. Dabei werden wir so nass, dass wir auch fast hätten schwimmen können 😉

Die Insel ist sehr klein und schnell erforscht. Es gibt ein Restaurant (schön gelegen, aber 29 USD für einen Teller Pasta ist uns dann doch zu viel), eine Bar (die aber geschlossen hat), ein paar private Bungalows und viele blühende Pflanzen. Nach unserem Rundgang trinken wir im Restaurant den offiziellen Cocktail der Britischen Jungferninseln, den Painkiller. Serviert wird er in Blechtassen mit Rezeptaufdruck, die man käuflich erwerben kann. Super, da haben wir das mit dem Andenken ja auch direkt erledigt J

Da es uns allen hier nicht so gut gefällt, geht es am nächsten Morgen weiter zur Fat Hogs Bay auf Tortola. Wir machen wieder an einer Mooring fest und Anja und ich lassen uns von Andre an Land bringen. Hier soll es einen Supermarkt geben und den wollen wir suchen. Die Männer müssen schon seit mehreren Tagen ohne Fleisch auskommen und sind nicht soo glücklich darüber. Ich komme mal wieder nass am Land an (irgendwas muss ich wohl falsch machen, denn Anja ist trocken) und wir spazieren los. Schon nach ein paar Metern finden wir einen Laden, der trotz Ostern geöffnet ist. Wir kaufen ein bisschen Hähnchenfleisch (eigentlich den kompletten Bestand, der nach unseren Verhältnissen nicht so richtig gut aussieht, es sei denn man mag Gefrierbrand, aber egal) und nehmen auch direkt noch eine Wassermelone mit. Da freuen sich die Kinder J

Als wir am Nachmittag gerade mit den Kindern ein Gesellschaftsspiel spielen, kommt Aufregung auf. Bei einem führerlosen Katamaran ist die Mooringleine gerissen und nun treibt der Katamaran zwischen den Schiffen. Andre und Tobias springen sofort ins Dinghi und leiten die „Rettungsaktion“ ein. Endlich mal Action für Tobias, dem es mit uns etwas zu ruhig zugeht.

Unser nächstes Ziel ist Jost van Dyke. Die Diana liegt dort bereits in der Great Harbour. Als wir dort ankommen, ist aber schon alles belegt, sodass wir in der Nachbarbucht White Bay an einer Mooring festmachen. Auch hier liegen relativ viele Schiffe, der Strand ist gut besucht und es gibt einige Bars an den beiden Stränden. Leider ist das Meer durch ein vorgelagertes Riff ziemlich unruhig und das Schiff schaukelt fröhlich vor sich hin. Wir sind irgendwann aber nicht mehr ganz so fröhlich. Der Ankeralarm schlägt in regelmäßigen Abständen an und Anja beschließt, ihn abzustellen und die Nacht draußen zu verbringen. Am nächsten Morgen schwimmen wir zur Insel rüber und schauen uns ein wenig den Strand an. Noch so eine unruhige Nacht brauchen wir aber nicht, so dass es nach dem Frühstück weitergeht.

Die nächsten zwei Tage (19.-21.04.17) ankern wir vor Green Cay und Sandy Spit. Green Cay ist eine unbewohnte grüne Insel, während Sandy Spit eine kleine Sandinsel mit ein paar Pflanzen in der Mitte ist. Tagsüber ist sie ein beliebtes Ausflugsziel, aber ab nachmittags wird es immer leerer. Wir warten, bis die Insel verlassen ist und fahren mit dem Dinghi rüber. Tobias, Robin und Daniel toben in der Brandung, während wir ein paar Runden auf der Insel drehen und die Aussicht genießen. Hier lässt es sich aushalten.

Leider neigt sich der Urlaub dem Ende zu und wir müssen uns am Freitag Richtung Flughafen aufmachen.

Noch vor dem Frühstücken fahren wir los, um in der Brewers Bay im Nordwesten Tortolas Zwischenstopp zu machen. Dort gibt es mehrere Riffs und wir gehen alle zusammen noch einmal schnorcheln. So viele Fische habe ich in dem ganzen Urlaub noch nicht gesehen J

Weiter geht es zu unserem letzten Stopp, der Trellis Bay bei Tortola. Auf dem Weg dorthin sehen wir ein paar Schildkröten am Schiff vorbeiziehen. Endlich, auf die hatte ich mich so gefreut und jetzt hat es doch noch geklappt J

Anja, Tobias und ich gehen noch kurz an Land, um uns einen Überblick zu verschaffen und schon wird es auch Zeit für den letzten Sundowner. Die Eleonore liegt auch hier an einer Mooring und die Crew leistet uns Gesellschaft.

Am nächsten Morgen nutzen wir noch einmal die Möglichkeit zum Schwimmen und dann geht es auch schon zum Flughafen.

Anja, Andre und Robin bringen uns bis zur Sicherheitskontrolle und dann geht es für uns über Puerto Rico und Frankfurt zurück nach Hause, wo uns der Alltag am nächsten Tag wieder empfängt.

Aber wir hatten einen tollen Urlaub auf der „Step by Step“ und es war interessant, einen Einblick in das „Aussteigerleben“ der Drei zu bekommen und ihre „Sorgen“ kennenzulernen: wo bekommen wir das nächste Fleisch/Gemüse, wer verbraucht mal wieder zu viel Strom oder Wasser, oder auch wo fahren wir als nächstes hin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3 Kommentare

  • Ilka

    27. April 2017 at 23:07 Antworten

    Ach, wie herrlich… Da möchte man auch gerne direkt in den Flieger steigen…..

    • Anja Schulz

      30. April 2017 at 15:30 Antworten

      Im Moment sitzen wir hier bei viel Wind und Regen. Ich glaube nicht, dass Du in den Flieger steigen möchtest 😉
      Aber dafür kommen wir euch ja bald besuchen.

  • Annika

    28. April 2017 at 20:01 Antworten

    Das klingt nach einem richtig tollem Besuch bzw. Urlaub (bis auf die Sache mit den unruhigen Nächten). Sonne, Strand, Meer, Palmen, Fische, Schildkröten und auch der verhasste Sonnenbrand – um all diese Dinge habe ich euch Drei wirklich beneidet!! 😋

    Von der Rettungsaktion des Kats habe ich auch schön gehört 💪🏻 Super gemacht!!

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