Die Glücks-Bärchis und Piggy-Ville auf den Bahamas – 19.05.-24.05.2017

Als am Freitag die JoEmi nach Marsh Harbour kommt, sind wir schon fast wieder auf dem Weg nach draußen, denn so schön finden wir es hier nicht. Wir gehen zurück zur Insel Man-O-War und wollen dort das Innere erkunden. Die „That´s Life“ und die „Charlie II“ sind schon heute Morgen hierhin gefahren. Die „Rufus II“ von Marion und Harald liegt in der Nachbarbucht. Die beiden haben die JoEmi´s bereits vorgestern kennengelernt. Als wir uns für den Abend in das hiesige Marina- Restaurant verabreden, haben wir mit 5 Schiffen wieder eine schöne Truppe beisammen. Anja und ich gehen vorher noch etwas durch den Ort und sind begeistert. Die Häuser sind in Pastellfarben gestrichen, die Menschen sind so freundlich und statt Autos gibt es hier jede Menge Golf-Karren, mit denen die täglichen Dinge erledigt werden. Abends sehen wir noch, wie das ganze Dorf offensichtlich, schick angezogen, mit dem Golf-Karren zur Kirche fährt. Schnell steht fest: Das sehen wir uns am nächsten Tag noch einmal genauer an.

Das örtliche Museum
Der Marina-Parkplatz

Im Restaurant verbringen wir einen schönen Abend mit der „neuen Reisegruppe“ und werden selbst dann noch nicht herausgeworfen, als schon lange offiziell geschlossen ist und wir nur noch zum Quatschen dort sind. Heute haben wir auch eine e-mail von der „Eleonore“ erhalten. Thomas und Andrea werden wetterbedingt Ihre Fahrt zur Ostküste unterbrechen und wollen zu uns auf die Bahamas stoßen. Wir freuen uns auf sie.

Am nächsten Morgen bringt Oliver die Kinder zum Strand, wo die „Rufus II“ liegt und die Erwachsenen spazieren über die Insel. Der Eindruck von gestern bleibt. Wir sind begeistert, dass jeder, aber auch wirklich jeder, freundlich grüßt und lacht, wenn er mit seinem Golf-Wägelchen vorbei fährt. Alles wirkt so friedlich und heimelig, dass man sich nicht vorstellen kann, dass es auf dieser Insel überhaupt so etwas wie Kriminalität geben kann. Anja formuliert es treffend: Die Insel der Glücks-Bärchis.

„Stay away Hurricane“ – Das wünschen wir diesem wunderschönen Inselchen auch

Die Kinder spielen derweil am Strand und lassen Ihrer Kreativität freien Lauf als wir dazu stoßen. Sie servieren die tollsten „Erfindungen“ aus Strand- und Treibgut.

Leider gibt es auch relativ viele Quallen im Wasser, die man nur schlecht erkennen kann

Gegen Abend besuchen wir noch ein regionales „American-Football-Match“, welches hier nahezu körperlos gespielt wird. Statt den Gegner umzulaufen, trägt jeder Spieler einen Gürtel mit jeweils einem Band an jeder Seite. Um den ballführenden Spieler zu stoppen, genügt es, ein Band vom Gürtel abzureißen.

Anschließend gehen einige noch in die Kirche, um einem Missionar zu lauschen, der mit viel Engagement ein gebrauchtes Flugzeug wieder aufgebaut hat und dieses nun für humanitäre Zwecke nutzt.

Die Kirche
und der Parkplatz vor der Kirche

Am Samstag fahren wir ein Stück zurück in den Süden zu den Pelican-Cays. Wir starten recht früh, damit wir den Schnorchel- und Tauchspot noch am selben Tag besuchen können. Auf der Fahrt müssen wir immer wieder großflächigen Flachstellen ausweichen und mehr oder weniger Zick-Zack fahren. Die NV-Charts sind dabei eine große Hilfe. Garmin-Charts sind auch sehr gut für die hiesigen Gewässer, während die Navionics-Plotter-Charts nur bedingt ein sicheres Gefühl vermitteln. Aber das haben uns die „Florentiner“ auf St. Martin schon vorher gesagt. Wir können das nur bestätigen!

Der Weg zum Ankerplatz

Am Ankerplatz vor „Sandy Cay“ angekommen, müssen wir wieder recht weit draußen bleiben, weil es so flach ist. Am Riff liegen mehrere Bojen aus, an denen das Dinghi festgemacht werden kann. Leider können wir anfangs das Schnorcheln gar nicht richtig genießen. Wir haben uns in den letzten Tagen viel zu oft über Haie unterhalten, so dass wir uns im relativ tiefen Wasser zunächst etwas unwohl fühlen und dicht bei den Schlauchbooten bleiben. Ein wirklich riesiger Barracuda hat sich dann auch entschieden, genau unter unseren Dinghis zu stehen. Er lässt sich nicht vertreiben und wir müssen „an ihm vorbei“. Wir fahren mehrere Bojen ab und werden dabei immer mutiger. Dafür werden wir mit einer bunten Korallen-Unterwasserwelt belohnt. Das Highlight ist sicher ein Rudel Eagle-Rays (Adlerrochen), die anmutig durch das Wasser gleiten. Wir sind zufrieden. Das haben wir so auch noch nicht gesehen.

Am Sonntag fahren wir wieder hoch. Wir wollen die Mangroven vor Treasure Cay besuchen. Auf der Höhe von Man-O-War angekommen, beschwert sich Oliver von der JoEmi über den fehlenden Wind und das daraus resultierende Motoren. Er biegt ab und legt eine Badepause am bekannten Ort ein. Die Step By Step fährt weiter und wird mit zunehmenden Wind belohnt. Wir setzen Segel und als die Sonne schön hoch steht, fühlen wir uns an die tollen Farben der Caicos-Banks erinnert. Ja. Genau so haben wir uns damals die Karibik vorgestellt, auf den Turks und den Bahamas haben wir sie dann gefunden. Der Ankerplatz vor Treasure Cay ist solala. Wir liegen weit draußen und sind gegen den zunehmenden Wind aus südlichen Richtungen nicht gut geschützt. Der Besuch der Mangroven ist ganz anders als bei Conception Island. Wir stoppen die Aussenborder nach dem Eingang und lassen uns von der Flut-Strömung hineintreiben. Das Wasser ist grünlich und leider nicht so klar. Die zahlreichen Schildkröten zeigen uns noch einmal wie pfeilschnell sie sich im Wasser fortbewegen können.

Im Anschluss besuchen wir die Marina und wechseln auf die andere Inselseite zum Strand. Wow! Hier ist es aber schön! Am Strand wird erst einmal relaxt. Es gibt aber ein Volleyball-Netz und die Kinder organisieren in der Strandbar einen Ball.

Bevor wir den Strand verlassen, spielen die Kinder noch einmal gegen Oliver und mich. Fast schon ist es entschiedene Sache, dass wir hierbleiben wollen. Aber übermorgen startet eine stürmische Phase von 2,5 Tagen mit viel Wind. Wenn wir jetzt schon hierbleiben, dann für 4 Tage. Das ist uns dann doch zu viel.

Also geht es am nächsten Morgen weiter. Die Skipper sind etwas aufgeregt, weil wir zunächst durch das Barrier-Riff wieder ein Stück auf den Atlantik hinaus müssen, um dann 1,5 sm weiter nord-westlich wieder durch den berüchtigten „Whale-Cay-Channel“ wieder einzufahren. Diese Passage ist für viele Charter-Boote verboten, weil sie schwierig und gefährlich sein kann. Wir haben gutes Wetter und alles klappt reibungslos. Trotzdem glauben wir, dass es hier schwierig sein kann, denn unsere 3 Kartensätze (Navionics, Garmin und NV) geben jeweils einen anderen Kurs vor. Wir nehmen die goldene Mitte aus allen Drei.

Der Weg um Whale Cay. Sieht einfach aus, hat aber Tücken!

Spontan entscheiden wir, die schwimmenden Schweine von „NoName-Cay“ zu besuchen. Auf der unbewohnten Insel gibt es ein Schweine-Rudel, welches natürlich als Touristen-Attraktion hier ausgesetzt wurde, aber die Erfahrung mit den Tieren macht allen Spass. Vor allem für die Kinder ist das eine willkommene Abwechselung. Leider bin ich einen Moment unaufmerksam, als ich auf einer Bank sitze. Mein Zeigefinger steht etwas ab als ein größeres Wildschwein im Vorbeilaufen danach schnappt und ziemlich heftig zubeißt. AUA! Das tat wirklich weh. Bestimmt dachte es, der Finger sei Futter.

Am Nachmittag fahren wir zur Nachbar-Insel „Green Turtle Cay“. Das sind nur 4 sm bis zum „Black Sound“, wo Donnys Marina ist. Hier sind wir vor den kommenden Südwinden sehr gut geschützt. Die Einfahrt ist für die JoEmi noch einmal richtig spannend. Bei Niedrigwasser gibt es hier nur 1.40 Meter Wassertiefe, die JoEmi hat aber 2.16 Meter Tiefgang. Jetzt ist 2 Stunden vor Hochwasser. Wird das gelingen? Donny kommt uns mit seinem Motorboot entgegen. Auf der „Step By Step“ setzt er seinen Mitarbeiter ab, der mit uns in die Marina fährt. Die Mooring-Boje, die er der „Step By Step“ zugedacht hatte, ist nämlich im Laufe des Tages belegt worden. Dafür bekommen wir jetzt zum gleichen Preis von 20,-$ einen Platz am Steg, der allerdings mehrfach um die Ecke liegt und sehr eng und äußerst flach ist. Aber mit unserem Lotsen kommen wir sicher an. Donny selbst fährt als Lotsenboot für die „JoEmi“ vor und auch sie erreicht sicher das Ankerfeld. Hier fühlen wir uns sehr willkommen und hier werden die nächsten Starkwind-Tage verbringen.

New Plymouth heißt die Ortschaft auf der Insel und wenn es eine Steigerung zu den Häuschen auf Man-O-War gibt, dann ist es New Plymouth. Selbst das Customs-Gebäude ist rosa angestrichen. Seht selbst: Kann es hier böse Menschen geben?

Oliver, Emilia, Johanna und Robin spielen am Abend noch eine Runde Basketball mit einheimischen Kindern.

Die Erfrischungsgetränke holen wir in der „Miss Emily’s Blue Bee Bar“. Hier gibt es statt Tapeten nur Visitenkarten aus aller Herren Länder. Da wollen wir natürlich nicht nachstehen und hinterlassen unsere auch.

Ansonsten warten wir auf das richtige Wetterfenster, um die rund 700 sm zur Cheasapeake-Bay zu fahren. Rund 5-6 Tage werden wir dafür brauchen. Am Samstag, 27.05. wird es wohl so weit sein.

[ssba]

9 Kommentare

  • Annika

    26. Mai 2017 at 19:58 Antworten

    Papaaaaa!!
    Ich weiß nicht wie du das anstellst, aber ich möchte so ein Baby-Schwein haben! 😇
    Die sehen so putzig aus… Kann mir gar nicht vorstellen, dass ein Schweinchen deinen Finger mit einer Bockwurst verwechselt haben soll?! 🤣

    • Andre Schulz

      26. Mai 2017 at 21:11 Antworten

      Hallo Annika. Leider war das kein Schweinchen, sondern eine ausgewachsene Sau, die mir in den Finger gebissen hat…
      Das hat echt weh getan!! Manche haben die kleinen Schweinchen auf den Arm genommen. Die haben dann sofort angefangen zu quieken. Da wurden die größeren dann immer sehr schnell und gingen in Angriffs-Position. Das wird also leider nix mit dem Mitbringen. 🙂

      • Annika

        27. Mai 2017 at 15:01 Antworten

        Oh… 😳 Liest sich dann im Nachhinein doch schmerzhaft! 😕 Hoffentlich ist dein „Fleisch“ heile geblieben.

        Schade… Ein Schweinchen wäre schön gewesen. 😉

        • Andre Schulz

          2. Juni 2017 at 21:47 Antworten

          Alles noch dran!

  • Alois

    30. Mai 2017 at 21:52 Antworten

    Hallo Andre,
    wieder mal eine toller Reisebericht. Es scheint, als wenn Ihr durchs Paradies segeln würdet.
    Wie ist denn Eurer weiterer Plan, geht es evtl. noch durch den Panamakanal in Richtung Pazifik?

    Schöne Grüße
    Alois

    • Andre Schulz

      2. Juni 2017 at 21:46 Antworten

      Hallo Alois. Das ist aber schön, von Dir zu lesen. Du hast uns noch nicht vergessen!!! Wir freuen uns sehr darüber. LG Anja, Andre und Robin

    • Andre Schulz

      2. Juni 2017 at 22:10 Antworten

      Ach so! Die weiteren Pläne….. Gute Frage! Die kommende Hurricane-Saison werden wir an der USA-Ostküste verbringen. Nach unserem Heimat- „Urlaub“ wollen wir im August/September nach New York segeln. Wäre toll, wenn das klappt.
      Im Winter geht es dann wieder zurück in die Bahamas, dann Cuba, Jamaica, ABC-Inseln und dann… Mal sehen, vielleicht auch ganz anders… Das ist der Luxus, den wir uns gönnen. Wir ändern unsere Pläne, so wie wir uns wohl fühlen 🙂

  • Gabriele Buhlert

    30. Mai 2017 at 22:54 Antworten

    Hallo Ihr „Step by Steps“,die Bahamas sind wohl lt. euren Berichten u. den wunderbaren Fotos auch ein Höhepunkt der „Weltreise“ geworden!Es ist zu schön eure Segelreise zu verfolgen u. sich daran zu erfreuen. Aus dem sommerlichen Berlin (32°)liebe Grüße Jochen &Gabi

    • Andre Schulz

      2. Juni 2017 at 22:14 Antworten

      Danke Gabi. Die Reise gemeinsam mit Euren Lieben von der JoEmi zu erleben ist ein weiteres Highlight! LG Anja, Andre und Robin

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