Die Qual der Wahl – Marsh Harbour 25.04.-05.05.2018

Am Donnerstag, den 26.04. lässt die Schauer- und Gewitterneigung endlich nach. Uns hält nichts mehr in der inneren Anchorage von Marsh Harbour. Wir haben alles eingekauft, können aber leider bis zum Ende der ersten Maiwoche kein passendes Passage-Wetter in der Vorhersage entdecken. Dann können wir auch noch ein bißchen in der Gegend herum-cruisen.

Zunächst ankern wir noch einmal 2 Nächte nördlich von Marsh Harbor. Hier können wir wieder schwimmen gehen und den Wassermacher laufen lassen. Außerdem schrubben wir das Unterwasser-Schiff. Hier in den Abacos ist der Algen-Bewuchs doch erheblich. Das haben wir letztes Jahr schon festgestellt.

Als der Wind am Samstag, 28.04. auf West dreht, segeln wir die wenigen Meilen nach Hopetown (Ellbow Cay) nur mit dem Vorsegel alleine. Vor Hopetown ankern wir neben dem alten Leuchtturm auf knapp 1,70 Meter Wassertiefe. Der Leuchtturm soll der Älteste seiner Art auf der ganzen Welt sein. Er wird noch mit Petroleum betrieben und die Rotation wird wie bei einer gigantischen Kuckucks-Uhr über Aufzugs-Gewichte in Gang gehalten. Diese Gewichte müssen alle 2 Stunden erneut aufgezogen werden, damit der Turm in der Nacht sein Lichtsignal senden kann.

 

Die „Once-Around“ auf dem Ankerplatz vor Hope Town

Bei unserem ausgedehnten Landgang am Montag besuchen wir den Leuchtturm natürlich auch. Der Eintritt ist frei und das Dingi kann auch problemlos geparkt werden.

Sicht von oben

Hopetown selbst ist eine niedliche Stadt, die uns ein wenig an Man-O-War letztes Jahr erinnert. Alle Häuser sind in bunten Pastell-Farben gemalt und liebevoll instand gehalten. Eine schöne Abwechslung.

Am Dienstag, 01.05. wird der Ankerplatz dann bei starken NE-Winden zu unruhig und wir segeln zusammen mit Peter von der „Once Around“ nach Great Guana Cay in die Fisher Bay. Hier waren wir vor rund 1,5 Wochen schon einmal. Leider hat es damals mit dem Besuch der Nippers-Bar nicht geklappt. Das holen wir dieses Mal nach.

Wir konfigurieren unser Satelliten-Telefon mit der neuen Nummer und beobachten das Wetter für Bermuda äußerst aufmerksam. Das kommende Wochenende verspricht moderate Südwinde, auch für einen anschließenden Zeitraum über 5 oder 6 Tage. Das wäre genau richtig, um nach Bermuda zu segeln. Jeden Tag wird die Vorhersage besser und die verschieden Wettermodelle gleichen sich an.

Am Donnerstag, 03.05. sind wir uns sicher, dass wir am Wochenende starten können und fahren zurück nach Marsh Harbour, um die allerletzten Einkäufe für die Passage zu tätigen. 20 Knoten Wind und keine Welle. Die „Step by Step“ fliegt mit beiden Segeln im ersten Reff mit 7.5 bis 8 kn nach Marsh Harbour. Die „Eleonore“ ist noch an Ihrem alten Platz.

Ein paar Stunden später kommt die „Once Around“ und legt den Anker hinter uns. Den Freitag und Samstag nutzen wir für die Einkäufe und dank Anja´s ausgeprägtem Planungsvermögen bleiben am Ende tatsächlich nur ganz wenige Bahamas-Cent übrig.

Am Freitag-Mittag treffen wir uns mit der „Minnie B“, „Ruby Rose“, „Eleonore“ und der „Once Around“ zum Mittagessen in der Bar „Colours by the Sea“ und besprechen die Passage. Leider kommt zu den Südwinden nun wieder die ausgeprägte Squall- und Gewitter-Neigung hinzu, die wir vor 14 Tagen schon einmal hatten, als die „Lili“ abgefahren ist. Gegen eine Abreise am Samstag sprechen die Wellen von 2,5 bis 3 Metern, die auch die Durchfahrt durch den Man-O-War-Channel äußerst ungemütlich machen. Bei einer Abfahrt am Sonntag oder Montag sind unterwegs Squalls und Gewitter zu erwarten, aber wir können segeln. Und wenn wir erst am Dienstag fahren, ist der Wind weg und der Motor läuft wahrscheinlich 6 Tage durch. Eine Kröte werden wir wohl schlucken müssen. Die Qual der Wahl!

Am Samstag-Mittag fahren wir wieder aus Marsh Harbor heraus, damit wir -vielleicht zum letzten Mal bis Portugal- noch einmal schwimmen gehen können. Morgen früh holen wir noch einmal den neuesten Wetterbericht ab und entscheiden, wann und wie es losgeht nach Bermuda.

 

 

[ssba]

1 Kommentar

  • Annika

    6. Mai 2018 at 19:13 Antworten

    Der älteste Leuchtturm der Welt ist pink?! Sehr cool! 😎

    Und sehr süß ist auch das Häuschen, dass ist eine Mini-Version von sich selbst im Vorgarten stehen hat 🤣

    Ich drücke euch für die längere Tour alle Däumchen und hoffe, dass ihr alle wohlbehalten ans Ziel kommt.

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