HAIALARM und die Hurricane-Saison naht – Die Karibik kehrt uns aus dem Saal heraus / BVI´S 22.04.-03.05.2017

Nachdem unser Besuch uns am Samstag- Morgen verlassen hat, herrscht etwas Katerstimmung an Bord. Robin hat Heimweh und auch wir fühlen uns antriebs- und lustlos. Zunächst versuchen wir unsere Stimmung ein bisschen zu heben, indem wir die sehr künstlerische Trellis Bay an Land erkunden. Hier ist es wirklich sehr schön und auch Robin lässt sich durch einige Katzen gerne ein wenig ablenken aber so richtig hilft das noch nicht.

Höchste Zeit also, unseren Heimat-Urlaub detaillierter zu planen und in die Wege zu leiten. Schnell erinnern wir uns an die Empfehlung der Florentiner: „Deltaville Marina in der Chesapeake-Bay“. Während Anja nach den Flugplänen googelt, nehme ich per mail den ersten Kontakt mit der Marina auf. So! Jetzt geht es uns allen etwas besser und wir schaffen es, gegen 14.00 Uhr die Leinen von der Mooring-Boje zu lösen.

Zusammen mit der Eleonore fahren wir zur Nachbar-Insel „Great Camanoe“ und ankern in der „Lee Bay“. Der Untergrund ist steinig und wir müssen das Ankermanöver etwas weiter zum Ufer hin noch einmal wiederholen. Die Bucht ist landschaftlich schön, allerdings gibt es keinen Strand zum Anlanden. Egal! Ist ja nur für eine Nacht. Danach soll das Wetter regnerisch und windig werden.

In der Bucht liegt noch eine deutsche Yacht. Die „Damisa“! Beim gemeinsamen Sundowner auf der „Elli“ lernen wir Barbara und Karl kennen. Barbara ist Psycho-Therapeutin und wäre prädestiniert, Robin´s Heimweh zu kurieren. Aber der sitzt im Salon schon wieder mit Mattis und Emma beim Filme-Abend. Das schlimmste scheint überwunden!

Gegen Abend baut sich in der Bucht ziemlich hoher Schwell auf. Am Sonntag- Morgen verlassen wir die „Lee Bay“ mit Ziel „Penn´s Landing“ auf Tortola. Hier können wir die angekündigte Schlechtwetter-Phase gut aussitzen, weil die Versorgungs-Möglichkeiten sehr gut sind. Außerdem können wir hier kostenlos an einer Mooring-Boje liegen und haben WiFi-Anschluss. Bei unserem Besuch vor einer Woche haben wir hier den losgerissenen und führerlosen Katamaran „Destiny“ –eine nagelneue Outremer 45- vor dem Stranden gerettet. Der Chef hat uns daraufhin lebenslanges kostenloses „Mooring-Bojen-Recht“ eingeräumt. Das nutzen wir nun einmal aus. Die Eleonore und die Diana kommen später auch noch dazu. Die Diana macht auch bei Penn´s fest und als der Chef hört, dass es Freunde von uns sind, liegen auch sie kostenlos. Vielen Dank! Die Diana richtet im Gegenzug dazu den abendlichen Sundowner aus.

Am Montag fängt Robin seinen ersten Fisch mit der Angel. Was machen wir jetzt damit? Klarer Fall! Wir befreien ihn vom Haken und lassen ihn zurück ins Wasser. Robin ist stolz „wie Harry“.

Ansonsten vertrödeln wir den Schlechtwetter-Tag und gehen einkaufen. Der nette Verkäufer in der kleinen Chandlery macht Oskar und Robin sehr gute Preise für Angel-Zubehör und strahlt mit den Jungs um die Wette beim „Geschäfte machen“. Der Mann hat auch Kinder, das merkt man. Leider klappt dagegen das Befüllen unserer Gasflasche an der Tankstelle nicht. Obwohl uns das letzte Woche hier noch angeboten wurde. Wir hätten aber ein paar Stunden darauf warten müssen. Die Zeit hatten wir damals nicht und jetzt geht es plötzlich gar nicht mehr. Na ja! Es ist offensichtlich stark davon abhängig, wer gerade Dienst an der Tanke hat. So dringend ist es bei uns noch nicht. Neben der angeschlossenen Flasche haben wir noch eine Volle in Reserve.

Obwohl das Wetter am Dienstag noch nicht viel besser ist, wollen wir wieder raus aus dem Hafen in eine schönere Ankerbucht verlegen. Die „Deadman-Bay“ auf Peter-Island ist bei unseren Cruiser-Freunden, die alle schon etwas länger auf den BVI´s sind, sehr weit oben auf der Beliebtheits- Skala. Ok! Als geht´s dorthin. Die Wege zwischen den BVI´s sind kurz. Wieder stehen gerade mal 5 sm auf dem Programm. Fast sind wir schon wieder zu bequem, um überhaupt die Segel zu setzen. Wir tun es trotzdem und staunen immer wieder, wieviel Ruhe dadurch ins Schiff kommt. Als wir ankommen, sehen wir sofort, dass unsere Freunde Recht haben! Es ist eine tolle Bucht mit Super-Strand und kristallklarem Wasser. Der Anker der Step By Step fällt an einem VIP-Platz ganz nah am Strand. Wir haben uns ein bisschen frech ganz nach vorne gemogelt und ankern etwas näher an einem großen Charter-Kat. Der wird ja bestimmt nicht über Nacht bleiben, denken wir. Pustekuchen! Alle Schiffe um uns herum, verlassen die Bucht vor dem Dunkelwerden –außer dem Charter-Kat-. Gegen 20.00 Uhr dreht dort die Musik noch einmal auf und wir befürchten das Schlimmste. Glücklicherweise hat die Crew schon so früh mit den Cocktails angefangen, dass bereits um 21.00 Uhr die Lichter ausgehen. Puuh, Glück gehabt!

Auf dem Nachbarinselchen „Dead Chest“ wurden von Pirat Blackbeard 15 Seeleute mit nur 1 Flasche Rum als Verpflegung ausgesetzt. Einige Seeleute haben versucht, die 0,5 sm zur Bucht schwimmend zu überwinden. Keiner hat es geschafft – deswegen „Deadman-Bay“. Kurz vor dem Dunkelwerden stößt auch die JoEmi wieder zu uns, die gerade von den benachbarten USVI´s zurückgekommen ist. Nun sind wir also wieder zu viert. Niemals hätten wir zu Beginn der Reise gedacht, dass unsere „deutsche Reisegruppe“ so lange zusammen bleiben kann.

Am nächsten Tag machen wir alle zusammen einen schönen Spaziergang zur benachbarten Big Reef Bay und zum Peter Island Resort. Die Aussicht auf die Bucht ist grandios.

In der Bucht sind sehr schöne Riffe zum Schnorcheln und zum ersten Mal haben wir „HAI-ALARM“. Anja entdeckt ihn zuerst, wie er faul im Schatten des Riffs liegt. Es ist ein, für Menschen im Allgemein ungefährlicher, Ammen-Hai, ungefähr 2 Meter lang. Er wirkt zwar leicht genervt, als wir uns abwechselnd nähern und mit der GoPro Aufnahmen machen, aber im Großen und Ganzen bleibt er gelassen und verzieht sich zum Schluß in eine noch geschütztere Felsspalte. Wir haben aber gute Videos im Kasten. J

Ich wollte schon immer gerne spleißen können. Meine Lieblingsschwägerin Britta hat mir aus Deutschland die entsprechende Lektüre mitgebracht. Während ich mich nachmittags mit den ersten Werken beschäftige, geht Anja noch einmal schnorcheln.

Und Sie wird belohnt: Schildkröten lassen sie ganz nah an sich heran. Auch das werden wieder super GoPro-Aufnahmen! Wir freuen uns, denn meine Tochter Annika hat sich schon über die fehlenden Portraits beschwert. Hier sind sie nun also.

Das Wetter wird rauer in der Karibik, das merken wir deutlich. Der Wind nimmt weiter zu und damit kommt auch etwas Welle in die Bucht. Die Diana´s und wir wollen am Donnerstag eigentlich nach Norman Island fahren. Die Eleonore möchte jedoch nur in die Nachbarbucht „Great Harbour“ verholen, wo es ruhiger ist. Weil die Elli uns schon bald vorläufig verlassen wird, stimmen wir alle zu und fahren mit in die Nachbarbucht. „Great Harbour“ ist landschaftlich schön, aber sehr tief. Wir müssen schon sehr nahe an Land fahren, um den Anker auf „nur“ 10 Meter fallen zu lassen. Leider kein Strand für die Kinder, aber ruhiges Wasser und schönes schnorcheln mit vielen Fischen und intakten Korallen. Nachdem die Elli sich am Samstag verabschiedet hat, fahren die Diana und die Step by Step sofort wieder in die Deadman-Bay zurück.

Am Montag, 01.05. ist es dann soweit. Wir müssen uns von den Diana´s verabschieden. Sie gehen noch ein paar Tage in eine Marina zur Vorbereitung und ab dem 06.05. geht es dann zurück nach Europa. Der Abschied fällt schwer und wir bekommen noch ein tolles Abschiedsgeschenk: Elke und Markus haben die schönsten gemeinsamen Fotos in Form einer Präsentation zusammengestellt. Da fließt dann doch das eine oder andere Tränchen. Passenderweise gießt es in Strömen und wir verbringen einen letzten schönen gemeinsamen Abend. So lange sind wir zusammen gefahren und nun trennen sich unsere Wege leider.

Aber viel Zeit zur Trauer bleibt nicht. Wir müssen langsam aus der Karibik raus. Das sagt uns das unbeständige Wetter und das sagen auch die Versicherungsbedingungen für unsere Step By Step. Die JoEmi´s fahren auch gen Ostküste. Wir stimmen uns ab und wollen das nächste Wetterfenster nutzen, um zunächst zu den Turks and Caicos zu segeln. Am Dienstag soll es so weit sein. Nach einem Zwischenstopp vor Tortola´s Haupstadt „Road Town“, wo wir noch einmal frische Lebensmittel bunkern und (wieder erfolglos) unsere Gasflasche füllen wollen, geht es zur Sea-Cow-Bay weiter im Westen.

Von hier wollen wir Dienstag-Morgen gemeinsam mit den JoEmi´s starten. Wetterbedingt wird es schlussendlich dann doch der Mittwoch. Rund 430 sm in ca. 3 Tagen non-stop. Die Vorhersagen sind gut.

[ssba]

7 Kommentare

  • Ilka

    8. Mai 2017 at 12:20 Antworten

    Ihr Lieben,

    was für tolle Bilder!

    Ich hab auch „Heimweh“ und freue mich sehr auf Euren Heimatbesuch!

    Fühlt Euch gedrückt,

    Ilka

    • Andre Schulz

      12. Mai 2017 at 0:56 Antworten

      Hallo Ilka. Heimweh? Wo bist Du?

  • Annika

    8. Mai 2017 at 18:51 Antworten

    Jetzt weiß ich wieder warum ich als „kleines Mädchen“ Meeresbiologin werden wollte! 😉

    SCHILDKRÖTEN!! 😍
    Die Bilder sind schon total toll, die sehen in natura bestimmt noch viel viel schöner aus. Wie nah wart ihr ungefähr an den Schildkröten und dem Hai dran? (Bei der Überschrift hatte ich übrigens einen kleinen Herzinfakt!)

    Geht das in Zukunft immer so? Ich wünsche mir was und im nächsten Artikel gibt es dann Bilder??
    Dann würde ich gerne noch: Seesterne und Korallen sehen 😬

    Ich freue mich wahnsinnig auf euren Besuch!

    P.S.: Ihr habt ein super Timing. Gestern habe ich noch zu Jens gesagt „So langsam könnten die auch mal wieder einen neuen Beitrag schreiben.“ 😂

    • Andre Schulz

      12. Mai 2017 at 0:57 Antworten

      Hallo Annika. Natürlich können wir meiner „kleinen“ Tochter keinen Wunsch abschlagen und natürlich bekommst Du die Fotos, die Du haben willst. 🙂
      P.S.: Die Hai-und Schildkröten-Fotos sind natürlich mit der GoPro aufgenommen. Wenn Du den Focus der GoPro kennst, weißt Du wie dicht man ran muß, um solche Nahaufnahmen zu bekommen. 🙂

      • Annika

        12. Mai 2017 at 18:43 Antworten

        Stimmt! Man müsste mit der GoPro richtig nah an das Motiv dran!! WOW! Jetzt bin ich noch sprachloser als vorher 😳 UND NEIDISCHER!!!

        Das mit dem „klein“ habe ich mal elegant überlesen 😋

  • Gabriele Buhlert

    8. Mai 2017 at 23:56 Antworten

    Wir wünschen weiterhin „Champagnersegeln“ und dass die nächste Überfahrt auch eine „Bilderbuch-Passage“wird. Nun rückt der Heimaturlaub immer näher und Robin geht es somit wohl wieder besser!Wir erfreuen uns immer an den wunderschönen Bildern und beeindruckenden Berichten.Sie werden uns fehlen. LG Jochen und Gabi aus dem kalten Berlin (-2°)

    • Andre Schulz

      12. Mai 2017 at 0:59 Antworten

      Hallo Gabriele, hallo Jochen, über Eure Grüße freuen wir uns immer ganz besonders. Wir segeln gerade wieder gemeinsam mit Euren Lieben bei den Turks- and Caicos-Inseln. Es ist traumhaft hier. LG Anja, Andre und Robin

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