Lissabon Teil 2

Nachdem die Temperaturen sich wieder etwas normalisiert haben und bei angenehmen 26 Grad liegen, machen wir noch mal 2 Tage Sightseeing.

Wir besuchen die Catedral Sé Patriarcal, auch Igreja de Santa Maria Maior genannt. Dies ist die Hauptkirche und auch die älteste Kirche Lissabons.  Die Bauarbeiten begannen bereits im Jahr 1147.

dsc_0002Anschließend gehen wir durch die schönen Gassen zum Castelo de São Jorge, einer Festungsanlage mit integrierter Burgruine, die jahrhundertelang als Königsburg genutzt wurde. So wie viele andere Gebäude wurde auch die Burg bei dem großen Erdbeben 1755 weitgehend zerstört. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten ist die Anlage heute wieder in einem guten Zustand. Von der Festung hat man einen tollen Blick über die gesamt Stadt und den Tejo.

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dsc_0061dsc_0070dsc_0099dsc_0047Unser Weg führt uns weiter durch die Gassen von Baixa (Stadtteil von Lissabon) und eigentlich möchten wir mit dem Elevador de Santa Justa fahren. Dies ist ein Personenaufzug, der den Stadtteil Baixa mit dem höhergelegenen Stadtteil Chiado verbindet. Er wurde 1902 errichtet und ist 45 m hoch. Er hat zwei original mit Holz dekorierte und mit Glasscheiben und Messingbeschlägen ausgestattete Kabinen, die je 24 Personen fassen. Als wir dort ankommen, ist die Schlange so lang, dass wir beschließen, den Weg nach oben zu laufen und den Aufzug anschließend für den Weg nach unten zu nutzen. Vielleicht ist die Schlange von oben nach unten ja etwas kleiner.

Wir gehen weiter zum Convento do Carmo , einem unserer persönlichen Highlights unserer Sightseeing-Tour.  Es ist ein in den Jahren 1389 bis 1423 errichtetes Kloster. Die Karmeliter-Kirche galt als ein Prachtexemplar der Lissabonner Gotik. Leider wurde auch dieses tolle Bauwerk durch das Erdbeben 1755 stark zerstört. Die Restaurierung kam 1834 ins Stocken, nachdem nur ein Flügel des Klosters wieder hergerichtet war. Dort befindet sich heute das Hauptquartier der portugiesischen Nationalgarde. In den Ruinen der Klosterkirche ist das Museu Arqueológico do Carmo untergebracht. Das Dach der Kirche fehlt komplett und innerhalb der alten Mauern herrscht eine Stimmung, die einen total gefangen nimmt.

Erstaunlicherweise ist in diesem Fall sogar das Museum der für Robin interessanteste Teil. In diesem sind zwei echte Mumien aus dem 16. Jahrhundert ausgestellt. Der Anblick ist sehr grotesk und doch sehr gewöhnungsbedürftig, für Robin aber total faszinierend. Sogar die Postkarten von den Mumien werden vom Taschengeld gekauft. Den Anblick möchte ich euch an dieser Stelle jedoch ersparen.

dsc_0113dsc_0127dsc_0141dsc_0145dsc_0149dsc_0155Unser Rückweg führt uns wieder zum Elevador de Santa Justa. Auch hier müssen wir zwar relativ lange warten, aber nachdem man uns gesagt hat, dass eine Fahrt mit diesem Aufzug definitiv zu einem Lissabon-Besuch gehört, warten wir mehr oder weniger geduldig. Die Aussicht ist gigantisch und entschädigt für die Wartezeit. Die Fahrt dauert übrigens ca. 30 Sekunden!!!

dsc_0107dsc_0163dsc_0181dsc_0180dsc_0173Für den ersten Tag haben wir genug. Unsere Füße tun weh und wir sind kaputt. Robin hat tapfer durchgehalten.

Am nächsten Tag fahren wir nach Belém, einem der westlichsten Stadtteile Lissabons. Zunächst steht die Besichtigung des Torre de Belém auf dem Programm. Neben dem nahegelegenen Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymitenkloster) gehört er zu den wenigen herausragenden Bauwerken, die das Erdbeben von Lissabon überstanden haben. Der auf der anderen Seite des Tejo gelegene Zwillingsturm wurde jedoch zerstört. Der Torre de Belém und das Mosteiro dos Jerónimus wurden 1983 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Die oberste, 35 Meter hohe, freiliegende Etage des Turms ist heute eine Aussichtsplattform. Diese ist durch 92 Stufen zu erreichen und der Ausblick ist toll.

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Ehemaliges Gefängnis im Keller. Aufrechtes gehen ausgeschlossen.
Ehemaliges Gefängnis im Keller. Aufrechtes gehen ausgeschlossen.

Anschließend besichtigen wir auf Robin´s Wunsch noch das Museo de Combatente (Museum der Kämpfe). Für mich als Frau nicht sooo interessant, aber auch Robin muss ja beim Sightseeing bei Laune gehalten werden.

dsc_0242Anschließend gehen wir zum Mosteiro dos Jerónimos, einem 300 m langen, imposanten Gebäude mit reichverzierter Kalksandsteinfassade. Es beherbergt einige bedeutsame Sarkophage (u.a. Vasco da Gama und verschieden portugiesische Könige).

dsc_0256Das Kloster ist beeindruckend.

dsc_0261dsc_0270Vom oberen Stockwerk gelangt man in die angeschlossene Kirche. Der erste Eindruck ist überwältigend. Die Kirche ist dermaßen imposant, dass es einem die Sprache verschlägt.

dsc_0280dsc_0344dsc_0334dsc_0356Die Tram bringt uns zurück in die Innenstadt. Wir fahren mit einer der drei Standseilbahnen, dem Ascensor da Glória, in das Stadtviertel Bairro Alto (Oberstadt). Dieser „Aufzug“ wurde 1885 eröffnet, hat eine Länge von 265 m, überbrückt eine Höhendifferenz von 48 m und hat eine maximale Steigung von 18,0 %.

dsc_0374dsc_0384Von dort laufen wir durch die schmalen Gassen hinunter in den Stadtteil Chiado.

dsc_0390dsc_0394Zum Abschluss trinken wir noch einen Kaffee (bzw. eine Fanta) in einem der ältesten und bekanntesten Cafés der Stadt „A Brasileira“. Dieses wurde 1905 gegründet. Seit 1988 steht vor dem Cafe eine Bronzestatue des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa.

dsc_0404dsc_0401Als wir gegen Abend zurück in der Marina sind, können wir auch unser Paket von SVB in Deutschland in Empfang nehmen. Damit ist am nächsten Tag noch mal ein bißchen schrauben angesagt. Und grillen können wir jetzt auch wieder 😉

dsc_0420Am Sonntag verabschieden wir uns dann aus Lissabon und fahren zurück nach Cascais.

Ich entschuldige mich an dieser Stelle für diesen langen Blogeintrag und hoffe, dass es nicht zu langweilig war. Lissabon ist eine echt tolle Stadt, die uns sehr gut gefallen hat. Wir haben zwar nur einen kleinen Einblick erhalten, aber das hat sich definitiv gelohnt!!!

 

 

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4 Kommentare

  • Ilka

    19. September 2016 at 6:41 Antworten

    Ihr Lieben,

    Eure Blogeinträge sind nie zu lang…… Ich danke Euch sehr, dass ich Euch so ein wenig ‚begleiten‘ kann!

    LG
    Ilka

  • Petra

    19. September 2016 at 10:25 Antworten

    Genial, immer weiter so, zu lang geht gar nicht. Gruß an Robin – ICH möchte die Mumienbilder sehen. Also gut drauf aufpassen und irgendwann mitbringen.
    Wir haben auf Hin- und Rückflug vor Portugal heftig gewunken. Ich hoffe, bei euch da unten kam davon etwas an. Jetzt sind die Kanaren für euch ja schon fast greifbar.
    Alles Liebe,
    Petra

  • Annika

    21. September 2016 at 12:32 Antworten

    Zu lange Blogeinträge gibt es nicht! 😉
    Vermutlich werde ich die ganzen Informationen in den nächsten Minuten (oder auch Sekunden 😉 ) wieder vergessen haben, aber die Bilder sind wie immer superschön und hinterlassen definitiv mächtig Eindruck und Fernweh. Und natürlich hatte Anja an dieser Stelle wieder Recht – die Investition in die Kamera hat sich definitiv gelohnt!!

    Fazit: Mehr davon! Gerne auch noch länger 😉

  • Herbert Kallus

    21. September 2016 at 12:38 Antworten

    Wirklich sehr interessant, informativ und kurzweilig. Alles Gute.

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