Madeira – Insel der Naturgewalten (Teil 1)

Am Freitag, 30.09.2016, können wir endlich weiter. So schön, wie es auf Porto Santo auch ist… es ist doch ziemlich ruhig und ereignislos und wir freuen uns auf Madeira.

Bei relativ wenig Wind segeln wir die 27 sm zunächst unter Genua und Groß, später unter Parasailor. Am späten Nachmittag erreichen wir die Marina Quinta do Lorde ganz im Osten der Insel. Die Marina liegt direkt an einem großen Fels und der Blick von unserem Boot ist schon ganz schön imposant.

dsc_0127 dsc_0015Wir sehen viele bekannte Boote… mit und ohne ARC-Flagge. In der Marina gibt es einen kleinen Supermarkt, ein Restaurant, einen kleinen Schiffsausrüster und 2-3 andere kleine Läden. Das Marinapersonal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Abgesehen von der Marina besteht Quinta do Lorde eigentlich nur noch aus einem großen Ferienresort mit Hotel. Alles ist sehr schön angelegt und extrem sauber.

dsc_0128Madeira ist bekannt für seine vielfältigen und eindrucksvollen Wanderwege. Da wir erst ab Sonntag unseren Mietwagen gebucht haben, beschließen wir am Samstag, unsere erste Wanderung über die Ponta de São Lourenço, eine Halbinsel im Osten der Insel, anzutreten. Der Ausgangspunkt ist für uns zu Fuß zu erreichen. Hin- und Rückweg des Wabderweges betragen jeweils 3 km. Das sollte ja zu schaffen sein.

dsc_0034Das sehr trockene Klima hier und der vorherrschende Nordwind haben diesen Teil der Insel in eine wüstenähnliche, baumlose Landschaft verwandelt. Es geht über Stock und Stein und schon nach kurzer Zeit frage ich mich, ob das wirklich eine so gute Idee mit der Wanderung war. Robin ist noch relativ motiviert… das nutze ich aus und laufe tapfer weiter.

dsc_0045dsc_0079Während einer kurzen Pause betrachten wir fasziniert die vielen Salamander, die aus allen möglichen Felsspalten gekrochen gekommen (Anmerkung: unseren Müll haben wir natürlich brav wieder mitgenommen ?).

dsc_0114Während ich mich ca. 3 Stunden später leise vor mich hin keuchend die letzten Stufen zum Ziel hocharbeite, hüpft Robin in lockerem Laufschritt an mir vorbei und verschwindet schon wenig später aus meinem Blickfeld. Auch Andre sieht noch nicht sonderlich geschafft aus. Damit ist bereits an dieser Stelle geklärt, wer das schwächste Glied in dieser Familie ist. Und ich dachte wirklich, ich müsste Rücksicht auf meinen 10-jährigen Sohn nehmen.

dsc_0115Am nächsten Morgen nehmen wir uns ein Taxi zum Flughafen, da wir dort unser Mietauto in Empfang nehmen. Alles geht sehr schnell und reibungslos über die Bühne und schon machen wir uns in unserem Seat Ibiza auf den Weg auf die andere Seite der Insel nach Ponta do Pargo, einer kleinen Gemeinde ganz im Westen der Insel. Die Fahrt dauert gut 2 Stunden und führt uns die komplette Südseite der Insel entlang. Überall werden hier Bananen angebaut und jede kleine Stelle am Hang, und ist sie noch so steil, ist mit Bananenpflanzen bedeckt.

dsc_0125In Ponto do Pargo angekommen, fahren wir zum Leuchtturm und genießen die sehr eindrucksvolle Aussicht.

dsc_0023dsc_0027Von hier aus fahren wir die Südküste entlang zurück. Die Strecke ist sehr imposant und gelegentlich bekommt man doch ein flaues Gefühl im Bauch, wenn es direkt neben einem einige hundert Meter in die Tiefe geht.

dsc_0034dsc_0043Unser Weg führt uns durch Jardim do Mar (Garten des Meeres), ein kleines beschauliches Dorf, welches seinen Namen aufgrund der umliegenden steilen Hänge mit üppiger Vegetation und wildwachsenden Blumen bekam.

dsc_0074Und während wir so mit einem Eis durch die Gassen schlendern, stossen wir auf ein Hinweisschild für einen Wanderweg. Und an dieser Stelle mache ich einen fatalen Fehler. Ich frage meine Familie, ob wir diesen, mit 1,9 km doch eher kurzen, Wanderweg nicht gehen sollen. Es ist schließlich noch früh am Tag. Was ich dabei nicht wirklich realisiere, ist die zweite Angabe auf dem Hinweisschild. Die Höhenmeterdifferenz auf diesen 1,9 km beträgt 500 m.

Schnell sind also die Flip-Flops gegen Turnschuhe getauscht und wir laufen los.

dsc_0077Es dauert nicht lange und ich bin fix und fertig. Der Aufstieg dauert ca. 1,5 Stunden und ist extrem anstrengend.

dsc_0117dsc_0093Mehrfach bin ich kurz davor aufzugeben, aber mein Ehrgeiz lässt das nicht zu und so kämpfe ich weiter und werde oben mit einem spektakulären Ausblick belohnt.

dsc_0099In dem Dorf ganz, ganz unten haben wir unsere Wanderung begonnen. Der Abstieg ist deutlich einfacher und dauert nur ca. 1 Stunde.

In Ponta do Sol halten wir an und legen eine Badepause ein, die wir uns alle verdient und die wir auch alle dringend nötig haben.

dsc_0130dsc_0131 Zum Abschluss des Tages fahren wir zum Cabo Girão, mit 580 m angeblich eine der höchsten Steilklippen der Welt. Der Aussichtspunkt verfügt über eine gläserne Plattform und ich muss mich extrem überwinden, diese zu betreten.

dsc_0149 dsc_0159 dsc_0178Da mir von der gestrigen Wanderung alles weh tut, beschließen wir am Montag , alle Wanderaktivitäten für einen Tag ruhen zu lassen. Wir fahren in den Norden nach Porto Moniz. Dies ist der nordwestlichste Punkt der Insel. Porto Moniz ist bekannt für seine Naturschwimmbecken, die von Lavafelsen umgeben sind und deren Wasser durch die Flut täglich ausgetauscht wird.

Die Fahrt dorthin ist wunderschön und ein bisschen abenteuerlich.

dsc_0020dsc_0026dsc_0028Das Restaurant auf dem nachfolgenden Bild haben wir übrigens nicht finden können ?

dsc_0022In Porto Moniz genießen wir die Sonne und das warme, klare Wasser.

dsc_0044Der Rückweg führt uns durchs Landesinnere zu der Hochebene Paul da Serra, die ca. 1400 – 1500 m hoch liegt.

Wieder eröffnen sich uns neue tolle Ausblicke.

dsc_0061dsc_0088Leider gibt es auch große Bereiche, die durch die Waldbrände im August zerstört wurden. Hier ist alles schwarz und verbrannt.

dsc_0076Die Wolken hängen so tief, dass wir durch sie hindurchfahren.

dsc_0099Zum Abschluss fahren wir ins Curral das Freiras („Nonnental“), ein kleines Dorf, das zwischen riesigen Berghängen liegt. Hierher sind 1566 die Nonnen des Klosters Santa Clara vor den Piraten geflüchtet, die in Funchal, der heutigen Hauptstadt der Insel, einfielen.

dsc_0131dsc_0140Der Rückweg führt uns an der imposanten Baukonstruktion der Flughafenlandebahn vorbei. Im Jahr 2000 wurde die Landebahn des internationen Flughafens von Madeira erweitert. Es handelte sich hierbei um das größte und technisch anspruchsvollste Bauprojekt, welches jemals auf der Insel durchgeführt wurde.

Die erweiterte Landebahn lagert auf 120 m hohen Betonpfeilern (60 m liegen davon unter dem Meeresspiegel). Unter der Landebahn befindet sich das Gelände einer Schiffswerft.

dsc_0153Abends wird noch der Wanderweg für den nächsten Tag ausgesucht. Ein Ruhetag muss reichen!!!

 

 

[ssba]

2 Kommentare

  • Annika

    7. Oktober 2016 at 10:10 Antworten

    Hallo ihr Drei,

    ich bin jetzt mal erbarmlos ehrlich. Als ihr losgesegelt seid, da hab ich mir extrem große Sorgen um eure Figuren gemacht. Klingt total bescheuert, aber ich hab mir gedacht „So eine lange Zeit, nur auf dem Schiff, die werden rund!“ Als mir dann einfiel, das an Board gar nicht so viel Platz für die beliebten „Schoko & Keks“-Riegel ist, war ich ein wenig beruhigt. Und jetzt?! In fast jedem Blogeintrag seid ihr auf Achse! Wahnsinn! Das hätte ich vorher wirklich nicht gedacht! Aber für diese Aussichten nimmt man auch die „schlimmsten“ Wanderwege in Kauf. Wobei ich sagen muss, dass dieser steile Wanderweg wirklich super spannend aussieht. Ich bin dennoch froh, dass ich momentan die Bilder auf dem heimischen Sofa bestaunen kann und nicht wie wild kraxeln muss 😉

    Fühlt euch gedrückt!!

  • Marcus

    11. Oktober 2016 at 2:14 Antworten

    Ahoi Schulzis,

    eure Seite wird immer besser! Mal wieder sehr schöne neue Berichte zu lesen und jede Menge Fotos zum schauen. Liebe Grüße

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