Madeira (Teil 2) – entspannte Tage in der Natur

Für Dienstag haben wir uns einen schönen, ebenen, Wanderweg im Norden der Insel ausgesucht. Wir fahren nach São Jorge und finden dort schnell den gut ausgeschilderten Anfangspunkt des insgesamt 10,2 km langen Wanderweges. Es geht an der Levada do Rei entlang.

Bei den Levadas handelt es sich um künstliche Wasserläufe auf der Insel, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden und im Zentrum der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird. Da dabei zum Teil große Strecken überwunden werden müssen, verläuft ein Großteil der Levadas mit nur sehr geringem Gefälle. Dafür überwinden diese Wasserwege Täler und Berge, durchqueren Tunnels, kreuzen natürliche Wasserläufe und führen auch über Brücken.

Der Weg lässt sich sehr schön laufen, hat keinerlei Steigungen und führt entlang an steilen Abhängen, einem Wasserfall, durch viel Grün, Tunnel und, wie fast überall auf der Insel, über Pfade mit sensationellen Ausblicken.

dsc_0089 dsc_0079 dsc_0039 dsc_0064 dsc_0016 dsc_0026Auf dem Rückweg fahren wir durch das Dorf Santana, welches für seine strohgedeckten Häuschen bekannt ist. Diese kleinen Häuser bestehen aus Naturstein und haben ein bis zum Erdboden hinunter reichendes Strohdach. Sie dienten jahrhundertelang als Ställe und Wohnhäuser, und einige von Ihnen sind noch heute bewohnt.
dsc_0097dsc_0100Am Mittwoch sind mir nachmittags mit den Schlüters von der Diana verabredet. Elke hat Geburtstag und wir möchten abends gemeinsam essen gehen.

Es gibt aber noch einen Wanderweg, den ich gerne gehen möchte und daher machen wir uns, für unsere Verhältnisse relativ früh, um 10.15 Uhr auf und fahren erneut auf die Hochebene Paul da Serra.

Als wir den Parkplatz erreichen, ist dieser bereits brechend voll. Bisher hatten wir immer viel Glück auf unseren Wanderwegen und haben nur gelegentlich mal ein paar andere Wanderer getroffen. Dies ist hier anders. Wir ahnen böses.

Zunächst geht es ca. 2 km bergab. Die Strasse ist für Autos gesperrt, es fährt aber ein Shuttle-Bus bis zu einem kleinen Forsthaus. Ich verdränge erfolgreich den Gedanken daran, dass ich das ja irgendwie wieder hoch muss.

dsc_0009dsc_0010Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und kurze Zeit später kommen wir an eine Abzweigung. Das eine ist ein Weg entlang der Levada do Risco, an dessen Ende ein Wasserfall ist. Der andere Weg führt entlang der Levada das 25 Fontes (See der 25 Quellen).

Wir entscheiden uns zunächst für den Weg zum Wasserfall. Der Weg ist nicht weit und auch nicht so extrem voll. Er ist sehr breit und lässt sich gut laufen.

dsc_0018dsc_0022Der Wasserfall ist zwar hoch, führt aber eher wenig Wasser, was nach der langen Trockenperiode in den Sommermonaten nicht erstaunt.

dsc_0025Wir gehen den gleichen Weg zurück und an der Abzweigung schlagen wir diesmal den Weg zu den 25 Quellen ein. Der Weg ist ca. 2,1 km lang (eine Strecke) und führt zunächst bergab.

dsc_0046Der Weg wird immer schmaler und uns kommen Hunderte von Wanderern entgegen, oft ziemlich große geführte Wandergruppen. Wir kommen nur langsam voran und sind etwas genervt. Leider kann man sich gar nicht auf die tolle Umgebung konzentrieren, da man immer aufpassen muss, wo man hintritt.

dsc_0061dsc_0099dsc_0066Am Ende der Strecke erwartet uns ein wirklich tolles Plätzchen mit vielen Quellen (ob es 25 sind, wissen wir nicht genau). Es ist kühl und feucht hier und der Ort hat etwas verwunschenes.

dsc_0073dsc_0080Der Rückweg ist deutlich entspannter und uns kommen kaum noch Leute entgegen. Die Fotos sind übrigens fast alle auf dem Rückweg entstanden.

Als wir an die Stelle kommen, an der wir auf dem Hinweg von oben gekommen sind, überlegen wir, ob wir diese 1,2 km lange Strecke zurück gehen oder lieber die 2,4 km ausgewiesene Alternativstrecke. Wir entscheiden uns für die längere, da wir hoffen, dass diese Strecke in einer etwas schonenderen Weise mit geringerer Steigung den Berg hochführt, denn uns ist ja klar, dass wir in jedem Fall wieder hoch müssen.

Dies war übrigens eine irrige Annahme. Der Weg führt eben, wenn nicht sogar etwas abschüssig an einer anderen Levada entlang. Da Wasser bekanntlich nicht nach oben fließt, hätten wir bereits relativ schnell stutzig werden müssen. Der Weg endet mit einem steilen Aufstieg zurück zum Forsthaus.

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dsc_0106Oben lädt eine eher rustikale Bank zum verweilen ein.

dsc_0109Als wir an der Haltestelle für den Shuttle-Bus ankommen, warten dort bereits so viele Menschen, dass wir beschließen, doch zu Fuß zum Parkplatz zurück zu gehen. Wie zu erwarten, ist das mal wieder ganz schön anstrengend und ich bin mal wieder ziemlich kaputt.

Da es inzwischen schon relativ spät ist, machen wir uns schnell auf den Rückweg, denn wir wollen ja noch nach Funchal, wo die Schlüters sich für ihren Madeira-Aufenthalt ein Haus gemietet haben.

dsc_0119Das Haus liegt ziemlich hoch und der Weg wird immer schmaler, aber es ist eine kleine grüne Oase mitten in der Hauptstadt Madeiras. Es ist richtig schön hier.

dsc_0129dsc_0131Wir freuen uns, dass wir uns mal wieder treffen und gehen lecker essen.

Am Donnerstag lassen wir es ruhig angehen. Wir müssen mal wieder ein bisschen Wäsche waschen (2 Maschinen waschen und trocknen für 25 €), es müssen noch 2 Bestellungen für Ersatzteile gemacht werden, die uns direkt nach Gran Canaria geschickt werden sollen, usw.

Erst am frühen Nachmittag kommen wir los und fahren noch mal nach Funchal. Wir gucken uns die Marina an und kommen auch am Christiano Ronaldo Museum CR7 vorbei, gehen aber nicht rein.

dsc_0140Robin hat ein bisschen Muskelkater und freut sich, dass wir nicht ganz soviel laufen und keine Wanderung mehr auf dem Programm steht.

dsc_0150Auf dem Rückweg machen wir noch einen Großeinkauf. Wir nutzen es aus, dass wir mal wieder mit dem Auto einkaufen können.

Heute (07.10.2016) geht es weiter zu den Kanaren. Dies ist noch mal eine 2-tägige Fahrt. Wir haben eine Ankergenehmigung für La Graciosa und möchten dort ebenfalls 2 Tage bleiben. Ab Dienstag (11.10.2016) haben wir dann einen Liegeplatz in der Marina Rubicon im Südwesten von Lanzarote reserviert.

Aber Madeira werden wir gerne noch mal besuchen. Es hat uns hier sehr gut gefallen.

 

 

 

 

 

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3 Kommentare

  • Petra

    7. Oktober 2016 at 16:10 Antworten

    Oh…..liebe Grüße an Lanzarote. Diese besondere Insel hat mir gut gefallen, für mich sieht es dort aus, als ob Riesen Murmeln gespielt haben. Kommt gut weiter!

  • Annika

    7. Oktober 2016 at 18:23 Antworten

    Die „verwunschene Quelle“ ist wirklich wunderschön! Wenn das mit euren traumhaften Fotos so weiter geht, dann müssen Jens und ich dringend Lotto spielen, um die ganzen schönen Orte ebenfalls erkunden zu können! 😉

    Papa macht definitiv eine super Figur vor den CR-Museum. Hihi…

    Ich hoffe ihr habt eine schöne Fahrt zu den Kanaren! 🙂

  • HerbertKallus

    10. Oktober 2016 at 12:33 Antworten

    Wir kennen uns zwar nicht persönlich, dennoch muss ich Euch zu Eurem Unternehmen und die äußerst informativen und kurzweiligen Informationen über Eure Reise beglückwünschen. Ich freue mich schon auf die nächste Mail. Alles Gute!

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