New York – Achterbahnen, Museen und Manhattan bei Nacht

Tag 6 – Sonntag, 27.08.2017

Auf unserer Agenda gibt es heute nur einen einzigen Programmpunkt: das American Museum of Natural History, welches 1869 gegründet und mit seinen mehr als 35 Millionen Exponaten das größte Naturkundemuseum der Welt ist.

Wahnsinn!!! Bereits im Foyer stehen zwei große Dinosaurierskelette, viele weitere folgen in der Dinosaurierabteilung. In der „Hall of Ocean Life“ hängt unter der Decke das Modell eines Blauwals.

Das nach 3,5 Stunden zunächst zaghafte, später penetrantere „Ich kann nicht mehr“ von Robin wird zunächst ignoriert. Es ist so interessant und wir wollen ja möglichst viel sehen. Bei den Mineralien und Meteoriten steigt Robin’s Interesse noch mal. Nach 5 Stunden und einigen gelaufenen Kilometern können wir alle kaum noch stehen und gehen und brechen ab. Einige Abteilungen lassen wir aus. Wir glauben aber, den Großteil gesehen zu haben und sind, mal wieder, sehr beeindruckt von der Größe, den Ausstellungsstücken und dem Gebäude an sich.

Einige Kilometer haben wir an diesem Tag im Naturkundemuseum zurückgelegt. Insgesamt 10 km sind es, als wir wieder an Bord sind.

Tag 7 – Montag, 28.08.2017

Die vergangenen, anstrengenden Tage machen uns das Aufstehen am Morgen immer schwerer. Da wir heute bis zum Einbruch der Dunkelheit in Manhattan bleiben wollen, lassen wir uns morgens ein bisschen Zeit und fahren erst später.

Wir nehmen die U-Bahn bis zum nördlichen Rand der Upper West Side und besichtigen die „Cathedral of St. John the Divine“, eine riesige Kirche, deren Bau 1891 begonnen wurde. Typisch für New York: sollte diese Kirche jemals fertig gestellt werden, wäre sie wahrscheinlich die größte der Welt.

Einmal jährlich findet hier im Oktober ein Gottesdienst zur Segnung der Tiere statt, mit Walgesang, Wolfgeheule und Vogelgezwitscher.

Anschließend fahren wir zurück in den Meatpacking District in Chelsea, wo 1999 der High Line Park entstanden ist. Es handelt sich um eine stillgelegte Hochbahnlinie für Güterzüge, die auf 9 m hohen Stahlstelzen steht und heute eine grüne Oase ist. Die Promenade führt über 2 km parallel am Hudson River entlang und wurde begrünt, bepflanzt, mit Liegen und Bänken sowie Wasserspielen ausgestattet und mit Skulpturen und anderen Kunstgegenständen ergänzt.

Golfplatz direkt am Hudson River

Parkhaus in New York / hier wird hochgestapelt

Ein toller Spaziergang mit schönen Ausblicken.

Wir überlegen, was wir im Anschluss noch machen können und entscheiden, dass es eine tolle Gelegenheit ist, das Rockefeller Center bzw. die Aussichtsplattform „Top of the Rock“ zu besuchen und Manhattan und den Central Park in der Dämmerung bzw. bei Einbruch der Dunkelheit zu bestaunen. Nach der Erfahrung im Empire State Building sind wir ganz entspannt, besuchen erst noch den berühmten Brunnen vor dem Rockefeller Center und Robin guckt sich noch ausgiebig im benachbarten Lego-Store um.

Als wir zum Eingang zum „Top of the Rock“ kommen, sehen wir eine relativ lange Schlange. Immer noch ganz entspannt, schließlich beinhaltet unser New York Pass ja einen „Fast Track“ Zugang ohne Wartezeiten. Das gilt aber nur, wie sich später herausstellt, für die Schlange am Ticketschalter. Die ist für uns wirklich sehr kurz, ändert aber nichts an der Tatsache, dass uns mitgeteilt wird, dass „unsere“ Zeit zum Aufstieg 19:55 Uhr ist. Wir schauen uns etwas skeptisch an. Schließlich wollten wir die Fähre um 21 Uhr zurücknehmen, spätestens um 21.30 Uhr. Bis um 23 Uhr fährt der Bootsservice vom Yachtclub. Danach kommen wir nicht mehr auf unser Schiff zurück und müssen auf einer Parkbank schlafen. Wir zucken mit den Schultern: „Wird schon passen“. Wie blöd, hätten wir das Ganze doch umgehen können, wenn wir uns erst die Tickets und dann Lego und Brunnen gegönnt hätten.

Pünktlich um 19.55 Uhr fahren wir mit vielen anderen in den 70. Stock.

Der Ausblick ist angesichts der Dämmerung noch grandioser als vom Empire State Building und wir können uns kaum satt sehen. Stundenlang könnten wir hier stehen und staunen.

Uns ist bereits klar, dass die Fähre um 21 Uhr ohne uns fahren wird. Wir können uns einfach nicht losreißen und reizen unsere Reserve jetzt schon aus. Irgendwann können wir das Unvermeidliche nicht mehr verhindern, wir müssen runter, damit wir die Fähre um 21.30 Uhr bekommen. Wir machen uns auf den Weg zu den Aufzügen und bleiben beim Anblick der langen Schlangen wie festgewurzelt stehen. Wollen die alle runter? Ja, wollen sie. Mehr als 30 Minuten dauert es, bis wir endlich in einer der Aufzugskabinen stehen und nach unten fahren. Mittlerweile sind wir mehr als beunruhigt. Ein Blick auf die Uhr: 20.57 Uhr. Was nun? Auch die Fähre um 21.30 Uhr werden wir nicht mehr kriegen, da wir noch bestimmt 20 Minuten Subway fahren und einige Minuten Fußweg einplanen müssen. Die Fähre um 22 Uhr ist definitiv zu spät. Mit Zug und Fußweg schaffen wir es nie bis 23 Uhr.

Wir fragen Google um Hilfe und werden auf einen Bus aufmerksam gemacht, der direkt um die Ecke hält, um 21.06 Uhr !! losfährt und um ca. 22.25 Uhr in der Nähe unseres Hafens hält. Unsere einzige Möglichkeit, also ab zur Bushaltestelle. Es handelt sich um einen Express-Bus, der eigentlich nicht in unserem Metro-Ticket enthalten ist und pro Person 6,50 $ kostet. Würden wir ja bezahlen, aber leider ist dies nur mit Münzen möglich. Natürlich haben wir soviel Kleingeld nicht dabei. Ist auch gar nicht nötig, der Busfahrer winkt uns mit unseren Metro-Karten einfach durch und schon sitzen wir in einem der ziemlich komfortablen Expressbusse New Yorks, die zwischen Manhattan und den äußeren Bezirken wie Queens, Brooklyn und Staten Island verkehren.

In den Bussen gibt es Free-Wifi und wir müssen nicht ein einziges Mal umsteigen. Pünktlich sind wir am Hafen und kommen damit gut und sicher zurück an Bord. Das ist ja noch mal gutgegangen.

 

Tag 8 – Dienstag,  29.08.2017

Die ganze letzte Woche hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter. Immer Sonne und bis auf den ersten Tag, an dem es noch sehr heiß war, angenehme Temperaturen. Heute nicht. Es regnet… und zwar so richtig. Wir legen einen Tag Pause ein. Wir sind sowieso völlig geschafft und haben eine Pause verdient. Da kommt uns das schlechte Wetter gerade recht. Wir entspannen an Bord.

Aber morgen geht es weiter 😉

Tag 9 – Mittwoch,  30.08.2017

Die Sonne scheint und es ist warm. Genau das richtige Wetter, um an die Südspitze Brooklyns, nach Coney Island, dem größten Spielplatz der Welt in den 1920er Jahren, zu fahren.

Direkt am Atlantik gelegen und mit einer kilometerlangen Strandpromenade, war der Vergnügungspark vor dem ersten Weltkrieg das bevorzugte Ausflugsziel der gestressten Großstädter am Wochenende. Später war hier alles Jahrzehnte lang dem Verfall preisgegeben. Erst viele Jahre später wurde der Vergnügungspark wiedereröffnet. Heute ist Coney Island wieder ein begehrtes Ausflugsziel.

Zunächst aber müssen wir unsere Metro-Karten erneuern. Die Erfahrung mit dem Express-Bus nach dem Besuch des Rockefeller Centers hat dazu geführt, dass wir uns entschließen, für die nächste Woche die teurere Metro-Karte zu nehmen, die auch die Benutzung der Express-Busse einschließt. Diese kostet zwar 59,50 $ pro Person anstatt 32 $, aber dafür sind wir schneller und komfortabler am Ziel.

Die Fahrt mit der Subway von Manhattan nach Coney Island ist mit einer Stunde relativ lang, aber wir haben ja Zeit. In unmittelbarer Nähe zur U-Bahn-Station steht der legendäre Imbiss „Nathan’s“. Angeblich gibt es hier die besten Hot Dogs der Welt und es wird sogar behauptet, der Hot Dog wäre hier erfunden worden 😉 Die Hot Dogs sind wirklich gut. Ob es die Besten der Welt sind, können und wollen wir nicht beurteilen. Einmal pro Jahr am Unabhängigkeitstag (4.Juli) findet hier das Hot-Dog-Wettessen statt. Der Rekord liegt bei 72 !! Hot-Dogs in 10 Minuten. Alleine bei dem Gedanken wird mir schon ganz anders.

Wir schlendern ein bisschen die Strandpromenade entlang. Auf der großen Seebrücke sitzend mit Blick auf den tollen Strand und die Vergnügungsparks kann man kaum glauben, dass man noch in New York ist. Es ist eine komplett andere Welt.

Zum „Warmwerden“ machen wir eine Fahrt mit „Deno’s Wonder Wheel“. Das Riesenrad, ca. 46 m hoch, dreht seit 1920 unfallfrei seine Runden. Es verfügt sowohl über feste, als auch über schwingende Kabinen. Wir wählen eine der schwingenden Kabinen und während Andre und Robin das Ganze sehr lustig finden, schaukeln mir die Kabinen doch etwas zu sehr. Aber die Aussicht ist schön 😊

Das Preiskonzept der Vergnügungsparks hier gefällt uns deutlich besser als in Deutschland. Grundsätzlich ist der Eintritt in die Parks frei. Man kann sich an den Ticketschalter entweder eine Tageskarte oder lediglich Guthaben auf die Karte laden, wenn man nur einige Fahrten machen möchte. Jedes Fahrgeschäft kostet, je nach Kickfaktor, mehr oder weniger „Credit Points“, wobei ein „Credit Point“ 1$ entspricht. Das spektakulärste Fahrgeschäft kostet dabei umgerechnet entsprechend 12$. Während in den uns bekannten deutschen Vergnügungsparks auch nur mitreisende Begleitpersonen (die keines der Fahrgeschäfte nutzen möchten) den vollen Eintrittspreis zahlen müssen, zahlen sie hier gar nichts. Sie können bequem auf einer der vielen Bänke sitzen und entspannt warten.

In unserem New York Pass ist ein 4-Stunden Aufenthalt enthalten und wir sind uns sicher, dass das ausreicht. Robin ist bisher nicht als ausdauernder Achterbahnfahrer bekannt. Ganz im Gegenteil. Bisher ist er freiwillig in kein Karussell gegangen (bis auf Autoscooter auf der Kirmes). Bisher war ich, Anja, noch diejenige mit der meisten Ausdauer, was Achterbahnen und ähnliches angeht.

Wir bekommen ein entsprechendes Armband, welches man an den einzelnen Fahrgeschäften einfach nur vor den Scanner halten muss. Wir überreden Robin zu einer Fahrt mit der Wasserbahn und sind etwas skeptisch. Nach anfänglicher Panik in den Augen legt sich offenbar in Robin ein Schalter um. Die nächsten 4 Stunden laufen wir (nach 3 Stunden nur noch Robin) von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft und wieder zurück. Da es nahezu keine Wartezeiten gibt, schaffen wir unzählige Fahrten. Keine Achterbahn ist zu hoch und zu schnell. Wir erkennen unser Kind nicht mehr wieder. Er hat definitiv einen Mordsspaß und ist traurig, als unsere Zeit abgelaufen ist. Dieser Tag war übrigens sein persönliches Highlight New Yorks 😉

Etwas geschafft, kehren wir auf dem Rückweg noch mal kurz bei Nathan’s ein. Dann geht es zurück aufs Boot.

Tag 10 – Donnerstag,  31.08.2017

Heute machen wir eine Sightseeing-Tour der besonderen Art: „The Ride“. Es handelt sich um eine 75-minütige Tour in einem Spezial-Bus, bei dem die eine Längsseite komplett verglast ist. Im Innern gibt es, wie im Kino, 3 Sitzreihen übereinander, so dass alle zur Glasscheibe gerichtet sitzen.

Das Ganze wird „moderiert“ von 2 Entertainern, die mit Witzen, Gesang und auch einigen Informationen kurzweilig durch die Stadt führen. Zwischendurch sorgen einige Schauspieler auf der Straße durch entsprechende Showeinlagen sowohl im Bus als auch bei den Passanten auf der Straße für Unterhaltung. Es gibt Breakdance, Ballett am Columbus Circle, Rap und Musik. Nach anfänglicher Irritation macht das Ganze echt Spaß und als wir zum Schluss mit Frank Sinatras „New York, New York“ durch die Straßen und am Times Square vorbeifahren, erzeugt das schon Stimmung.

Jetzt brauchen wir erst mal wieder etwas Ruhigeres. Wir machen eine Führung durch die Radio City Music Hall, einen 1930 erbauten Theatersaal für ca. 6200 Zuschauer.

Die Radio City Music Hall gehört zum Rockefeller Komplex und deckte damit auch den Entertainmentbereich des damals reichsten Bürger Amerikas, John D. Rockefeller Jr., ab, der natürlich auch über eine eigene Suite mit Küche, Esszimmer etc. im Gebäude verfügte. Einen Schlafraum gab es nicht, da Mr. Rockefeller sich mit Gästen lediglich vor und nach den Vorstellungen dort aufhielt.

Die Führung ist sehr interessant. Erklärt und gezeigt werden die Funktionsweise der Bühne, das Foyer, die Waschräume. Alles wurde sorgfältig im alten Stil restauriert. Wir treffen auch ein Mitglied der Rockettes, eine Tanzgruppe, die hier auftritt und vor allem durch die alljährliches „Christmas Spectacular“ bekannt ist. Viele bekannte Stars sind hier bereits aufgetreten, u.a. Whitney Houston, Ed Sheeran, Diana Ross, Mariah Carey.

Leider haben wir nicht mehr viel Zeit. Wir machen trotzdem noch einen kurzen Abstecher ins Museum of Modern Art (MoMA).

Wir bestaunen van Gogh, Monet, Miró und andere, mehr oder weniger bekannte, Künstler und besuchen auch den Skulpturengarten.

Erst beim Verlassen des Museum sehen wir, dass das Museum an diesem Tag erst um 21 Uhr und nicht, wie angenommen, bereits um 18 Uhr schließt. Lust zurück zu gehen, haben wir aber alle nicht mehr und so machen wir uns auf den Heimweg.

 

 

[ssba]

1 Kommentar

  • Annika

    11. September 2017 at 20:38 Antworten

    Ich HASSE Museen, aber das Naturkundemuseum würde mich auch ziemlich reizen.
    Es muss gigantisch sein, allein bei den Bildern hat man das Gefühl man wäre eine Ameise… 😄

    Würde es die zig Achterbahnen-Bilder von Robin nicht geben, dann hätte ich es glatt nicht geglaubt!! Aber man weiß ja erst was gut ist, wenn man es ausgiebig getestet hat 😁

Hinterlasst uns einen Kommentar