Sightseeing, Delfine und letzte Vorbereitungen für die Biskaya

Unser Hafentag in Dartmouth ist eine gelungene Mischung von allem: Entspannung, Sightseeing und Erledigung alltäglicher Arbeiten (waschen, einkaufen, etc.).

Am Nachmittag holen wir zum ersten Mal unsere Fahrräder aus den Backskisten und machen uns auf zum Dartmouth Castle. Um eine Einbahnstrasse vorschriftsmäßig nicht in die falsche Richtung zu befahren, fahren wir der Strasse folgend in die richtige Richtung weiter. Die Strasse führt uns ca. 4 Kilometer die Berge rauf und runter und Robin hat schon die Lust verloren, bis wir zum Fähranleger gelangen. Von dort aus können wir übrigens durch das umfahrene, ca. 100 m !! lange, Einbahnstrassenstück den Hafen sehen. Da wäre schieben wohl die sinnvollere Variante gewesen ?

Mit der Fähre fahren wir auf die andere Seite von River Dart und radeln (und schieben) von dort aus die Berge zu Dartmouth Castle hinauf. Es ist ein schöner Ausflug und wir treffen dort auch Elke, Markus, Oskar und Nestor.

Für die Geschichtsinteressierten: Dartmouth Castle entstand im 15. Jahrhundert und ist heute die älteste erhaltene englische Küstenfestung, die für Kanonen erbaut wurde (Quelle: Wikipedia). Zusätzlich zu den Kanonen wurde zur Abwehr von Feinden eine dicke Kette quer durch die Bucht gespannt, die hochgezogen wurde, sobald feindliche Schiffe in die Bucht hineinsegelten. Dadurch wurden diese gestoppt und konnten von der Burg aus durch die Kanonen beschossen und versenkt werden. Es ist übrigens kein Fall bekannt, in dem die Kette durch die Feinde überwunden werden konnte.IMG_8775

Die Kinder haben noch Gelegenheit, ein bisschen in der Burg-Bucht zu klettern, bevor wir uns auf den angenehmen Rückweg bergrunter machen und den Tag bei einem tollen Eis ausklingen lassen.

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Am Dienstag geht es weiter nach Plymouth. Da wir sowieso Gegenstrom haben, starten wir erst gegen 11 Uhr. Wir versuchen zu segeln, stellen aber erst nach ca. 1,5 Stunden fest, dass wir aufgrund des Gegenstroms einen enormen Wendewinkel haben, der uns quasi wieder zurück segeln lässt. Wir geben auf und streichen im wahrsten Sinne des Wortes die Segel. Unter Motor kämpfen wir uns gegen den Wind weiter und werden mit dem Besuch von ein paar Delfinen belohnt, die trotz der Motorgeräusche ganz nah neben unserem Boot herschwimmen. Toll!!

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Am späten Nachmittag passt der Wind wieder und wir „fliegen“ mit 8 Knoten unserem Ziel entgegen. Wir melden uns in der Mayflower Marina über Funk an und werden von einem sehr hilfsbereiten Hafenmeister empfangen, der sich sehr bemüht, einen guten Platz für uns in der Marina zu finden. Das absolute Highlight in der Marina sind die „Bathrooms“: kleine Badezimmer mit Waschbecken, Toilette und Dusche (eines sogar mit Badewanne). So etwas haben wir bisher noch nie gesehen.

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Ansonsten besticht auch hier die Landschaft durch echte Schönheit.

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Der Mittwoch weckt uns mit englischem Nieselregen. Das Aufstehen fällt schwer und wieder werfen wir erst gegen 11 Uhr die Leinen los. Unser Ziel: Falmouth. Der westlichste englische Punkt für uns. Von dort soll es über die Biskaya gehen… sobald das Paket mit unserer Sturmfock da ist, welches Marco in einem neuen Versuch am Dienstag in Deutschland direkt nach Falmouth losgeschickt hat. Angebliche Zustelldauer 2-3 Tage.

Der Tag vergeht gemütlich mit kreuzen, einer Weile unter Motor, ab und zu Sonne… In Falmouth sind wir nicht die Einzigen. Sowohl die Falmouth Marina als auch die anderen Marinas sind voll. Darüber hinaus liegen noch einige hundert Boote an Mooringtonnen in dem großräumigen Hafen. Auch wir entscheiden,  uns an eine der „Besucher“-Tonnen zu legen und machen erst gegen 20 Uhr den Motor aus.

Wir machen schnell das Dinghy klar, fahren rüber zur DIANA, die bereits in 2. Reihe in der Port Pendennis Marina liegt und machen dort fest. In der Stadt essen wir traditionell „Fish and Chips“ und trinken anschließend noch gemütlich ein Bier bzw. ein Glas Wein mit Elke und Markus. Auf dem Rückweg sind wir froh, dass wir bei unserem Aufbruch an unser Ankerlicht gedacht haben, denn es ist inzwischen ganz schön dunkel.

Heute morgen dann der erste Dämpfer. Unser Paket ist laut Sendungsverfolgung nach fast 2 Tagen immer noch im ursprünglichen Paketshop. Auf Nachfrage beim Paketdienst bestätigt man uns, dass das Paket noch nicht im Paketshop abgeholt wurde. Wir überlegen hin und her. Die Wettervorhersage für die nächsten Tagen ist eigentlich optimal für uns und auch die Diana-Crew möchte morgen starten. Das Paket wird aber frühestens Montag hier ankommen. Ab Dienstag sind deutlich zunehmende Winde vorhergesagt. Was tun? Wir entscheiden uns, den Transport des Pakets abzubrechen und ebenfalls morgen unsere Fahrt über die Biskaya zu starten. Irgendwann wird das schon noch klappen mit uns und der Sturmfock.

Wir treffen letzte Vorbereitungen, räumen auf, gehen einkaufen, machen einen Spaziergang durch das wirklich schöne Falmouth und gehen was essen.

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Den nächsten Blogeintrag wird es dann aufgrund fehlender Internetverbindung erst aus dem sonnigen Spanien geben. Und dann haben wir wieder einen ganz großen Schritt geschafft ?

P.S.: Es gibt seit heute auf unserer Homepage eine neue Funktion. Hier könnt ihr über Google-Maps unsere Positionen verfolgen.

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2 Kommentare

  • Annika

    29. Juli 2016 at 7:59 Antworten

    Viel Spaß und Erfolg auf eurem ersten „längeren“ Weg!
    Möge die Sonne und der Wind mit euch sein 😉

  • Andrea

    29. Juli 2016 at 9:36 Antworten

    Guten Morgen, ihr Verrückten?….also Delfine gibt’s auch bei uns in Heiligenhafen. …kommt gut überall an , wohin der Wind euch auch hinbringen mag. LG aus Heiligenhafen

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