Spaniens schöne Ankerbuchten und Sightseeing in Baiona

Der Nebel hält sich hartnäckig. Auch am nächsten Morgen (Montag) ist die Bucht in leichten Nebel gehüllt. Es ist nicht sehr verlockend, noch länger zu bleiben. Daher brechen wir, für unsere Verhältnisse im Moment sehr früh, bereits um 10 Uhr auf. Unser Ziel: die Bucht „Ensenada de San Francisco“ in der Ría de Muros. Dort liegt auch die DIANA vor Anker und Robin freut sich auf ein bisschen Gesellschaft.

Das Wetter wird im Tagesverlauf immer besser und wir können ein paar Stunden segeln, müssen aber kreuzen. Bereits gehen 15 Uhr erreichen wir die Bucht. Auch hier gibt es einige der in dieser Gegend sehr zahlreichen „viveros“ (Muschelaufzuchtstationen).

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Wir ankern im Norden der Bucht vor einem schönen kleinen Strandabschnitt. Nachdem wir die Wassertemperatur sowohl mit Andre’s Uhr als auch mit der Temperaturanzeige am Schiff gemessen haben, vergeht allen die Lust auf schnorcheln. Es ist 17 Grad kalt und das ist uns allen (und mir erst recht) deutlich zu kalt.

Wir fahren also mit dem Dinghy an den Strand und genießen dort die letzten Sonnenstrahlen noch ein bisschen.

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Am nächsten Morgen retten wir beim Heraufholen des Ankers einen Seestern aus der Ankerkette. In der Bucht wimmelt es vor Krebsen, die an der Wasseroberfläche schwimmen und wahrscheinlich auf ein paar Muscheln aus den „viveros“ hoffen.

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Südlich von der Ría de Muros liegt die Ría de Arousa. Dies ist die größte der galizischen Rías und schneidet sehr tief ins Landesinnere ein. Wir entschieden, diese Ría weitestgehend zu überspringen. Da die Crew der Diana andere Pläne hat, trennen sich unsere Wege hier für ein paar Tage. Ganz am südlichsten Zipfel der Ría de Arousa gibt es den kleinen Hafen „San Vincente“, der im Törnführer auch mit Ankermöglichkeiten beschrieben wird.

Als wir gegen 17.00 Uhr dort ankommen, sehen wir trotz Flut einige Felsspitzen aus dem Wasser ragen. Der Platz ist relativ eng und da wir nicht wissen, wo unter Umständen bei Niedrigwasser noch überall kleine Felsen auftauchen, ist uns das Ankern hier zu unsicher. Da wir nicht in die Marina möchten, greifen wir auf Plan B zurück: Porto Novo in der Ría de Pontevedra, nur ca. 8 Seemeilen entfernt. Da wir noch schönen Segelwind haben, nehmen wir diesen kleinen „Umweg“ gern in Kauf.

Wir ankern vor einem großen Badestrand mit Strandpromenade und relativ hohen Häusern und Hotels, Ein typischer Urlaubsort, ganz anders als die eher abgeschiedenen Ankerplätze der letzten Tage. Die Bucht ist sehr belebt: Jet-skis, Tretboote, Parasailing. Wir sind das einzige Boot, das hier ankert. So richtig begeistern kann uns die Szenerie nicht. Andre und Robin rudern noch ein bisschen mit dem Dinghy zum Strand, ich lese an Bord.

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Spätabends schallt laute Musik durch die Bucht und die benachbarte Marina. Offensichtlich findet hier ein Fest oder ähnliches statt. Pünktlich um 0.00 Uhr, ich bin gerade eingeschlafen, schrecke ich aus dem Schlaf. Ein lautes Donnern hallt mit ohrenbetäubendem Lärm durch die Bucht. Etwas orientierungslos blicke ich aus dem Fenster und sehe, dass die Ursache des Lärms ein Feuerwerk ist. Bei jedem Feuerwerkskörper überträgt sich  der Schall durch die Bucht an den Häusern und das Echo hallt lange nach. Das Feuerwerk, so schön es auch ist, dauert 30 Minuten und es ist mir schleierhaft, wie sowohl Andre als auch Robin bei diesem Lärm schlafen können. Ich habe die Hoffnung, dass das Feuerwerk gleichzeitig das Ende des Festes darstellt. Das ist leider nicht der Fall, Die Musik beschallt uns noch bis mindestens bis 3 Uhr. Danach schlafe auch ich dank Oropax endlich ein.

Am nächsten Morgen weckt uns Regen. Auch das noch! Für uns steht fest, dass wir nicht noch eine Nacht hier bleiben möchten und wir beschließen, die Illas Cies anzulaufen, ein Naturschutzgebiet, dass nur mit entsprechender Genehmigung befahren werden darf. Diese Genehmigung hatten wir vorsorglich bereits in A Coruna beantragt. Zum Ankern wird eine zusätzliche Genehmigung benötigt, die jedoch problemlos über das Internet eingeholt werden kann, wenn man erstmal über die grunsätzliche Genehmigung verfügt. Gesagt, getan. Die Ankergenehmigung ist natürlich in ausgedruckter Form mitzuführen. Doch gut, dass wir unseren Drucker dabei haben und damit auch in dieser Angelegenheit unabhängig sind.

Wir starten erst gegen 14 Uhr. Es sind nur 12 Seemeilen bis zur Illas Cies, die wir leider weitestgehend motoren müssen. Um 17 Uhr schmeißen wir unseren Ankern vor dem sehr schönen weißen Sandstrand Playa Arena das Rodas. Laut Törnführer gehören die Strände dieser Inseln des Naturschutzgebietes zu den schönsten der Rías. Der Strand ist ziemlich voll, obwohl nur wenige Schiffe hier ankern. Offensichtlich handelt es sich überwiegend um Tagesgäste. Gegen Abend kommen im 20 MInuten Takt Ausflugsboote aus Baiona, Vigo etc. und sammeln alle wieder ein. Robin rudert uns mit dem Dinghy an den Strand und wir beobachten, wie sich die Bucht nach und nach mit weiteren Segelbooten füllt.

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Bei Anbruch der Dunkelheit ist die Bucht voll.

Der aufkommende Schwell lässt uns mit unserem Katamaran eher kalt, während die Einrumpfer zum Teil sehr heftig schauckeln.

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Da es hier so schön ist, beschließen wir, auch den nächsten Tag hier zu bleiben. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück (also gegen 12.30 Uhr) werde ich beim Anlanden mit dem Dinghy am Strand richtig nass. Die Wellen schieben das Dinghy immer wieder an den Strand. Das Wasser ist kurz vor dem Strand noch relativ tief und leider wirft mich das Dinghy beim Aussteigen ebenfalls um. Peinlich, peinlich.

Eigentlich hatten wir vor, die Insel noch ein bißchen zu erkunden, aber wir trauen uns nicht, das Dinghy mit Außenborder unbewacht am Strand liegen zu lassen. Eine Möglichkeit, es abzuschließen, gibt es leider nicht. Also bleibt es beim Sonnenbaden. Als in der Ferne erneut Nebel aufkommt, fahren wir, so wie alle anderen auch, zurück aufs Schiff. Der Nebel verzieht sich wieder, aber wir stimmen ab und entschieden gegen Abend nach Baiona weiter zu fahren.

Unterwegs backen wir noch schnell ein Brot. Dank unser Solarmodule ist es möglich, sogar ohne Landstrom unseren Brotbackautomaten zu betreiben. Dies ist speziell für Aufenthalte in Ankerbuchten sehr praktisch.

Wir fahren in die Marina Deportiva und sehen leider zu spät, dass es im Monte Real Club des Yates ARC-Rabatte gegeben hätte. Da wir in der Marina Deportiva keinen Multihull-Aufschlag zahlen müssen, liegen wir hier trotzdem günstiger. Dies Sanitäranlagen hier sind aber eher provisorisch in Containern untergebracht. Da hätte der Yachtclub sicherlich mehr hergegeben.

Da unsere Vorräte ziemlich aufgebraucht sind, gehen wir Essen. Ich habe extrem Lust auf Schnitzel mit Pommes. Wir bestellen eine „Mixed Grill“-Platte für 2 Personen und bekommen…. eine Platte mit gegrilltem Fisch (Garnelen, Muscheln, diverse Fische). Meine Hoffnung, dass es sich um ein Mißverständnis handeln muss, wird vom Koch jäh zerschlagen. Schade eigentlich. Ich probiere zwar alles mal, aber so richtig mein Fall ist das nicht. Ich beneide Robin um seine Spaghetti Bolognese und halte mich an das Baguette.

Im Anschluss schlendern wir noch etwas durch die sehr schöne Altstadt und gönnen uns ein Rieseneis.

Der Freitag beginnt mit relativ starkem Regen und wir lassen den Tag langsam angehen. Gegen Mittag klart es auf und wir machen Sightseeing. Zunächst besuchen wir die Burg Castelo de Monte Real, die heute als Parador (Hotel) dient. Der Parador wurde auf den Ruinen dieser Burg errichtet und der Weg an der Festungsmauer entlang bietet sensationelle Ausblicke.

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Die Stadt Baiona ist bereits 1493 historisch erstmalig in Erscheinung getreten. Damals ist die „Pinta“ unter Kapitän Martín Alonso Pinzón nach ihrer Teilnahme an der ersten Amerikareise von Christoph Kolumbus hier angekommen.

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Danach gehen wir zur Steinstatue der „Virxa de Rocha“. Diese steht auf einem Berg, ist 15m hoch und stellt eine Heilige dar, die in der rechten Hand einen Aussichtspunkt in Form eines Bootes trägt. Leider war der Zugang zu diesem Aussichtpunkt nicht möglich, aber der Ausblick ist auch so toll.

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Da uns die Füße dann doch etwas weh tun, verschieben wir weitere Besichtigungen auf einen anderen Tag und vertreiben uns den Rest des Tages mit einkaufen, Wäsche waschen, Boot putzen, grillen und Gesellschaftsspielen.

Den Samstag vertrödeln wir. Wir haben Zeit und wollen erst Montag weiter. Außerdem kommen am Abend auch die Schlüters und Robin freut sich auf Oskar und Nestor. Wir gehen gemeinsam in der Altstadt lecker essen und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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8 Kommentare

  • Ilka

    21. August 2016 at 8:38 Antworten

    Ihr Lieben,

    es ist so schön, Euch ‚begleiten‘ zu können!

    Verschwendet Ihr denn auch manchmal einen Gedanken an alle ‚Daheimgebliebenen‘? 😉

    Ich umarme Euch,
    Ilka

    • Andre Schulz

      21. August 2016 at 9:57 Antworten

      Hallo Ilka, natürlich denken wir auch oft an Euch und an zu Hause. Es ist aber schon etwas daran, wenn man sagt: „Es ist sehr schwierig loszufahren, es ist aber sehr einfach unterwegs zu sein.“ Noch zieht uns nichts dringend zurück. 🙂

  • Annika

    21. August 2016 at 9:31 Antworten

    Das Phänomen mit dem Tiefschlaf liegt wohl in der Familie – zumindest auf der männlichen Seite. Wobei Jens hat das Talent auch! Beneidenswert!

    Aber 17 Grad Wassertemperatur sind definitiv nicht zu kalt! Scheint mir so als wärt ihr diesbezüglich schon ziemlich verwöhnt 😉

    Ich beneide euch um die zahlreichen Ankerbuchten. Die Strände sind wunderschön… Einfach in der Sonne braten und das Leben genießen 😉 Ihr macht es richtig!!

    Ich habe bei diesem Blogpost sogar etwas gelernt: Bestelle niemals eine Mixed Grill-Platte!! Man weiß nie was drauf ist! Ich hoffe du hast beim nächsten Restaurantbesuch dein Schnitzel bekommen 😉

    Fühlt euch alle Drei ganz fest geknuddelt!!
    Ich denke sehr oft an Euch

    • Andre Schulz

      21. August 2016 at 10:03 Antworten

      Hallo Annika, 17 Grad waren mir früher im Garten schon deutlich zu kalt!! Man muss aber dazu sagen, dass die 17 Grad am Ankerplatz bei 5 bis 10 Meter Wassertiefe anliegen. Wahrscheinlich ist es am Strand wärmer. Bei Islas Cies waren wir auch noch am nächsten Tag schwimmen und es ging…. 😉
      Der „Mixed Grill“ war am Abend der Slapstick schlechthin, zwischen komisch und bedauerlich. Aber so blieb mehr für mich übrig ?. Fühl Dich auch fest gedrückt von Uns.

  • Paula

    21. August 2016 at 10:25 Antworten

    Ola
    Danke für die historischen Ausflüge. Euer Blog ist nicht nur eine geografische Nachhilfe….
    Es ist toll daran teilzunehmen
    PS. Mit dem Essen, immer vorsichtig sein?
    Liebe Grüsse

    • Anja Schulz

      21. August 2016 at 10:34 Antworten

      Das ist auch gleichzeitig unser Geschichtsunterricht ?
      In Biologie hatten wir gerade das Thema „Wie ernähren sich Seesterne?“
      Soviel zum Thema Schule. Und das in den Ferien ?

      • Annika

        21. August 2016 at 18:41 Antworten

        Und wie ernähren sie sich? Das wäre doch ein toller Artikel für Robin 🙂

      • Andre Schulz

        21. August 2016 at 19:53 Antworten

        Hallo Annika, das ist eine gute Idee, die wir aufgreifen werden. So ist Schule fúr uns alle einfacher! 😉

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