Urlaub auf Lanzarote

Jetzt sind wir tatsächlich schon 13 Tage auf Lanzarote. Die Zeit vergeht wie im Fluge und es sind nur noch wenige Tage, bis wir nach Gran Canaria fahren, um dort unseren letzten Stop auf dieser Seite des Atlantiks einzulegen. Zeit für einen neuen Blogeintrag.

Als wir am 11. Oktober hier angekommen sind, hatten wir zunächst nur für eine Woche einen Liegeplatz in der Marina reserviert, da wir danach noch nach Teneriffa fahren wollten, bevor es nach Gran Canaria geht. Und wieder einmal kommt es anders 😉

Die Marina ist sehr schön. Es gibt eine lange Promenade entlang der Marina mit vielen Cafès, Restaurants, Bars und Geschäften (Klamotten, Schuhe, Parfümerie, Weihnachtsdeko !!!, etc.). Abends gibt es Live-Musik. Mitten in der Marina gibt es einen großen Süßwasserpool, der von uns Marinagästen gratis genutzt werden kann. Wir liegen nur zwei Schiffe von der Diana entfernt am Steg. Das Wetter ist toll und es gibt mal so gar nichts zu meckern. Alle sind glücklich und zufrieden.

dsc_0037dsc_0041Bereits am zweiten Tag lernen wir die Crew der JOEMI kennen, eine deutsche Familie aus Berlin. Sabrina und Oliver sind mit ihren beiden Mädchen Emilia und Johanna ebenfalls auf dem Weg in die Karibik und fahren auch mit der ARC.

Die Kinder verbringen viel Zeit miteinander und auch wir Eltern sitzen abends gerne mal bei einem Glas Wein oder Bier zusammen. Da wir noch für ein paar Tage ein Auto mieten möchten, verlängern wir unseren Aufenthalt um 3 Tage. Leider ist unser Liegeplatz bereits vorreserviert und wir müssen nach unserer ersten Woche den Liegeplatz wechseln. Vielleicht ergibt sich bis dahin noch eine Änderung und wir können doch an unserem schönen Platz liegen bleiben.

Wir mieten uns für 3 Tage ein Auto und erkunden die Insel. Am ersten Tag fahren wir zunächst vom Süden über die komplette Insel in den Norden und besuchen die Jameos del Agua. Es handelt sich hier um eine zum Teil eingestürzte Lavahöhle, die von dem Künstler César Manrique 1966 mit Pool, Restaurants und einer kleinen Konzerthalle ausgestattet wurde. In dem Wasser des kleinen Sees lebt ein kleiner weißer Krebs (Albinokrebs), der sonst nur in Meerestiefen von mindestens 2000 m zu finden ist.

dsc_0054dsc_0076dsc_0092Anschließend fahren wir zum Mirador del Río. Dieser, von César Manrique entworfene und 1974 eröffnete, Aussichtspunkt liegt 475 m über dem Meeresspiegel. Er wurde mitten in der Steilküste in den Felsen integriert und galt damals als eines der bedeutendsten modernen Bauwerke der Welt. Die Aussicht von der obersten Plattform auf die Insel La Graciosa und einen großen Teil von Lanzarotes Nordwestküste ist sensationell.

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dsc_0148Anschließend fahren wir nach Tahíche zum ehemaligen Wohnhaus César Manriques, welches heute die Stiftung des Künstlers beherbergt. Das Grundstück ist ca. 30.000 qm groß und erstreckt sich auf einem Lavastrom. Das Gebäude ist über fünf großen Lavablasen errichtet worden. Ein wunderschönes Haus, welches von Robin direkt zu seinem Traumhaus erklärt wird.

dsc_0208dsc_0222dsc_0214dsc_0225dsc_0239dsc_0250Der nächste Tag führt uns zu den Salinas de Janubio – der größten Salzgewinnungsanlage der kanarischen Inseln, von der noch heute 1/5 als Familienbetrieb !! genutzt wird und in der ca. 2.000 Tonnen Meersalz pro Jahr gewonnen werden.

dsc_0001dsc_0010Anschließend fahren wir die Küstenstraße weiter bis zu den „Los Hervideros“, durch Erosion entstandene, sogenannte „Kochlöcher“ an der südlichen Lavaküste.

dsc_0039dsc_0033dsc_0059Der weitere Straßenverlauf führt uns zu „El Golfo“, einem halb im Meer versunkenen Krater mit einer Lagune. Diese ist unterirdisch mit dem Meer verbunden und hat ihre grüne Farbe von einer Alge, die sich dem Salzgehalt des Meeres angepasst hat. Leider ist das natürliche Gleichgewicht hier seit einigen Jahren aus unbekannter Ursache gestört und die Lagune verdunstet stetig weiter und hat heute nur noch einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Größe.

dsc_0070dsc_0067Als Vorbereitung unseres Ausflugs zum Timanfaya-Nationalpark am nächsten Tag besuchen wir nachmittags noch das „Centro de Visitantes e Interpretacion“, einer Ausstellung über Vulkane, in der wir viel lesen und lernen können.

In einem Kreisverkehr werden wir von einer Dromedar-Gruppe zum Anhalten gezwungen, die als Geister“fahrer“ den Kreisverkehr entgegengesetzt belaufen.

dsc_0084Zum Abschluss des Tages fahren wir über eine lange Buckelpiste zu den Papagayo-Stränden, um noch eine Runde baden zu gehen. Als wir den Strand erreichen, sind wir von den hohen Wellen überrascht und Robin und ich trauen uns nur langsam ins Wasser. Wenn man erst mal die Brandungszone hinter sich gelassen hat, wird es ruhiger. Das geht auch eine Weile gut. Plötzlich sieht Robin entsetzt an mir vorbei ins Meer und als ich mich umdrehe, sehe ich eine Wellenwand auf uns zukommen. Wir wird etwas flau im Magen und ich greife mir Robin, halte ihn möglichst hoch, als die Welle uns überspült und als sich das Wasser wieder etwas beruhigt hat, verlassen wir beide mit doch etwas zittrigen Knien das Wasser. Die nächsten Brecher betrachten wir aus sicherer Entfernung. Leider zeigen die Fotos nur ein paar von den „kleineren“ Wellen.

dsc_0102dsc_0192dsc_0208dsc_0234Der letzte Tag mit dem Auto führt uns zusammen mit den Crews der DIANA und der JOEMI in den Timanfaya-Nationalpark.

Wir starten mit einem Dromedar-Ritt durch die Lavafelder. Der etwa 15-minütige „Ausritt“ macht allen Spaß und wir werden ganz schön durchgeschüttelt.

dsc_0004dsc_0018Anschließend fahren wir zum Eingang des Nationalparks.

dsc_0229Wir kommen, aller Hinweisschilder zum Trotz, genau zur Rush-Hour am Mittag dort an und stellen uns in eine lange Schlange. Der Weg führt zunächst ca. 2 km durch die Lavawüste bis zum großen Parkplatz. In dem Eintrittspreis enthalten ist eine ca. 45-minütige Busfahrt durch die Montañas del Fuego (Feuerberge). Die Fahrt ist sehr interessant, bietet tolle Ausblicke und erzeugt ein bisschen Ehrfurcht, wenn man bedenkt, dass die letzten Vulkanausbrüche auf Lanzarote noch keine 300 Jahre her sind und ein Vulkan erst dann als nicht mehr aktiv bezeichnet wird, wenn er ca. 10.000 Jahre nicht mehr ausgebrochen ist.

Lanzarote ist zu etwa drei Vierteln mit Lava bedeckt und durch die letzten, fast sechs Jahre dauernden Ausbrüche vom 1. September 1730 bis 16. April 1736, entstanden damals 32 Vulkankegel. Diese Ausbrüche im 18. Jahrhundert waren, nicht nur wegen der großen Menge des ausgetretenen Materials, sondern auch wegen der langen Dauer, die bedeutendsten in der Geschichte des Vulkanismus.

dsc_0086dsc_0024dsc_0091dsc_0152Im Anschluss wird von der Parkverwaltung anhand einiger Beispiele die noch immer vorhandene Hitze im Erdboden im Bereich des „Islote de Hilario“ demonstriert.

Dazu werden einige trockene Äste mit einer Heugabel in ein Loch im Boden gestopft. Innerhalb weniger Sekunden geht das Geäst sofort in Flammen auf.

dsc_0193dsc_0206An anderer Stelle wird Wasser in ein senkrecht im Boden eingelassenes Rohr gegossen. Da die Temperatur wenige Meter unter der Erdoberfläche über 400 °C beträgt, entsteht eine explosionsartig empor schießende Dampffontäne.

dsc_0178dsc_0183Der Grill des dort betriebenen Restaurants El Diablo wird ebenfalls mit der Hitze des Vulkans beheizt.

dsc_0188Nach soviel Hitze beschließen wir, den Tag am Pool der Marina mit einer Abkühlung ausklingen zu lassen.

dsc_0232dsc_0240dsc_0237Leider müssen wir dann doch unseren schönen Liegeplatz verlassen und unser neuer Liegeplatz liegt am anderen Ende der Marina, was jetzt einen Fußweg von ca. 20 Minuten bedeutet, wenn wir die DIANA- oder JOEMI-Crew besuchen möchten.

Unsere geplante Überfahrt nach Teneriffa haben wir dann kurzerhand verworfen. Nachdem schon die DIANA- und JOEMI-Crew ihren Aufenthalt hier bis Ende des Monat verlängert hatten, wir hier eigentlich alles haben, es hier richtig schön ist und die Wettervorhersage für die Überfahrt nicht wirklich verlockend war, haben wir beschlossen, ebenfalls hier zu bleiben.

Und so genießen wir die Tage hier auf Lanzarote mit einer guten Mischung aus Entspannung, Schiffsarbeiten und Alltagstätigkeiten inmitten netter Gesellschaft.

Leider hat sich das Wetter etwas verschlechtert und es regnet immer häufiger mal.

Bis Samstag bleiben wir jetzt noch hier. Dann geht es weiter nach Gran Canaria für die letzten 3 Wochen. Robin hat schon ein Bild gemalt, auf dem täglich abgestrichen wird, wann endlich unsere Atlantik-Verstärkung hier eintrifft.

img_92301So langsam wird es spannend. Aber wir freuen uns drauf. Noch 26 Tage, dann geht es los!!!

 

 

 

 

 

 

 

[ssba]

2 Kommentare

  • Annika

    25. Oktober 2016 at 19:06 Antworten

    NA ENDLICH! Endlich wieder ein Blogpost von euch, ich habe gefühlt eine Ewigkeit gewartet. 😉
    Wobei der sich schon ganz schön „gefährlich“ liest… Bedrohlich hohe Wellen, aktive Vulkane… Ihr erlebt schon ganz schön viel! Und ich habe das Gefühl durch euren Blog ein bisschen dabei zu sein. Vielen Dank dafür! 🙂

    Ihr fehlt mir!
    Vielleicht sollte ich mich in Marcos Koffer schmuggeln… Die Schmuggelei fällt aber wohl spätestens beim Aufgeben des Koffers auf. 🙁

    • Andre Schulz

      25. Oktober 2016 at 20:20 Antworten

      Ach wo! Das glaube ich nicht, dass das mit dem Koffer auffällt. Aber warum überhaupt schmuggeln. Buche doch einfach einen Flug nach Gran Canaria. ☺️

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