USA – Wir kommen! Wetterküchen und die ersten Tage in den USA – 27.05.-06.06.2017

Wir beobachten die Wetterentwicklung sehr genau. Wir haben Respekt vor den Wetterküchen „Golfstrom“ und „Cape Hatteras“. Durch unsere Freunde von der Eleonore, die bei der „Salty-Dawg-Rally“ eingeschrieben sind, haben wir auch Zugang zu den Routen- Empfehlungen des amerikanischen Wetter-Propheten „Chris Parker“. Der rote Kreis auf dem Bild zeigt Cape Hatteras und eine typische Wetterlage dort.

Wetterküche Cape Hatteras und der Kurs der Step By Step von den Bahamas

Das Ganze geschieht über die Kurzwellen-Funkanlage, die sich seit einigen Wochen doch deutlich besser auszahlt als bisher. Wir nehmen an einigen Funkrunden teil, so dass ich jeden Morgen von 7.15 bis 8.45 Uhr zu tun habe. Dazu gehört dann auch das Abrufen der Wetterdaten der deutschen Firma „Wetterwelt“, die wir täglich zuverlässig via Email für unser jeweiliges Fahrgebiet bekommen. Auch diese Investition hat sich definitiv gelohnt. Die grafische Aufbereitung der Daten und das zugehörige Anzeigeprogramm mit Wetter-Routing gefällt sehr gut. Hiermit können wir bei der Planung von längeren Strecken genau sehen, welches Wetter wir wann und wo bekommen werden. Bisher hat es zu >95% immer genau gepasst, die Windgeschwindigkeit ist häufig auf die Stunde und auf den Knoten genau vorhergesagt.

Wie bereits Anfang der Woche geplant, bleibt es für uns bei einer Abfahrt am Samstag 27.05.2017. Die „Eleonore“ ist schon am Freitag gestartet. Für unseren Geschmack ist da noch zu wenig Wind. Wir hoffen, dass dieser am Samstag auffrischen wird.

Zunächst wundern wir uns, dass Chris Parker mehr oder weniger einen direkten Kurs empfiehlt. Damit kommen wir nur auf rund 150 sm in den Genuss des Golfstroms, der uns doch mit bis zu 4 kn schieben würde. Wenn wir einen größeren Bogen in Richtung Florida machen würden, könnten wir ihn nahezu auf der ganzen Route nutzen. Das ist zwar ein Umweg von mehr als 100 Seemeilen, aber das würden wir an einem einzigen Tag wieder herausholen. Weil das Wetter aber so wechselhaft ist und der Golfstrom bei Winden aus Nord sofort ungemütlich und gar gefährlich werden kann, empfiehlt Parker, diesen Bogen eben nicht zu machen. Wir folgen dem natürlich.

Als wir am Samstag das Anker-auf-Manöver fahren wollen, müssen wir noch einmal abbrechen. Aus dem Steuerbord-Auspuff kommt kein Kühlwasser. In der letzten Zeit mussten wir häufiger schon mal etwas Gas im Leerlauf geben, damit der Fluß in Gang kommt. Doch heute hilft auch das nicht. Diagnose: Der Keilriemen der Wasserpumpe ist kaputt. Auf der Backbord-Seite habe ich den Riemen im Januar gewechselt, als ich die Dichtung der Pumpe tauschen musste. Nun ist also die andere Seite dran. Gut, dass wir genügend Ersatz dabei haben. Den neuen Riemen kann ich erst montieren, nachdem die ganze Wasserpumpe ausgebaut ist. Rund 1 Stunde später kann es dann endlich losgehen und wir sind froh, dass das jetzt am Ankerplatz passiert ist und nicht erst auf hoher See.

Wir verlassen die Abaco-Sea durch den „Nunjack-Channel“. Wieder wird es spannend, weil alle 3 Kartensätze unterschiedliche Angaben machen. Diesmal folgen wir den „Garmin-Charts“, weil sie mit dem, was wir mit den eigenen Augen sehen, am besten zusammen passen.

Einige Stunden später stellen wir die Navigation auf die NOAA-Charts um. Das sind die offiziellen Seekarten der USA, die kostenlos von deren Homepage heruntergeladen werden können. Auf dem iPad nutzen wir die App „INavX“ und auf dem Windows-Rechner „OpenCPN“ für die Anzeige. In Verbindung mit dem WiFi-Modul unseres AIS-Transceivers bekommen wir hier sogar die anderen Schiffe in der Umgebung angezeigt. Also alles so wie wir es von unserem Bord-eigenen Plotter gewohnt sind (Oups! Das war sehr technisch, sorry an die Nicht-Segler).

Robin kann es wieder kaum erwarten, die Angel auszulegen. Sobald wir im tiefen Wasser sind, ist er nicht zu bremsen. UND! Am späten Nachmittag wird er belohnt. Robin hat einen großen Mahi-Mahi am Haken, bestimmt 1 Meter groß. Anja gibt zu bedenken, dass der Fisch bei seinen Befreiungsversuchen immer wieder sehr nahe an unsere zweite Angelleine auf der anderen Seite des Bootes kommt. Ich übernehme den Fisch, während Robin die andere Leine einholt. Der Mahi-Mahi kämpft und gibt nicht auf. Wir auch! Als wir ihn halb herangeholt haben, gibt der Fisch noch einmal alles. Und zu unserer großen Enttäuschung kann er sich befreien und reißt ab. Wir sehen uns unseren Köder an und erkennen, dass wir hier keinen Doppelhaken im Einsatz haben. Das war wohl der Grund. Wir tauschen das sofort aus, haben aber in den nächsten Tagen keinen einzigen Biss mehr. Schade!

Den ganzen Tag ist Motorfahrt angesagt.

Erst gegen 23.00 Uhr kommt etwas Wind auf, mit dem wir endlich segeln können. Wir fahren wieder unseren bewährten Wach-Plan: Anja (und manchmal Robin) bis Mitternacht oder noch etwas später, dann ich mindestens 4 Stunden -oft bis es hell wird-, und anschließend wieder Anja. Spätestens gegen 8.00 Uhr übernehme ich dann wieder, weil ich sowieso Funk und Wetter machen will. Einen festen Stundenplan gibt es also nicht. Vielmehr ergänzt es sich bisher sehr gut, dass mal der eine, mal der andere, etwas weniger Schlaf braucht und der Partner dann etwas mehr abbekommt, wenn er es nötig hat.

Der Wind ist gegen 3.00 Uhr morgens schon wieder weg. Also Jockel an. Wir sind in den sogenannten Rossbreiten zwischen 25° und 30° N. Hier hat es meistens sehr wenig Wind. Wir haben zwar damit gerechnet, aber lieben werden wir das Gebrumme des Motors deswegen trotzdem nicht. Den ganzen Tag wird das so weiter gehen. Ab und zu können wir ein paar Stunden segeln und dann muss der Motor wieder schieben. Ein langes Herumdümpeln in der Flaute können und wollen wir uns nicht erlauben, denn schon am kommenden Freitag soll sich das Wetterfenster wieder schließen und Cape Hatteras, das rund 150 sm vor unserem Ziel liegt, ist für uns nicht mehr passierbar. Am Abend haben wir über Kurzwelle Kontakt zur „Eleonore“. Sie sind rund 130 sm vor uns und haben sogar zu viel Wind. 25 bis 30 Knoten sollen es dort sein. Auch nicht schön!

Am Nachmittag finden wir am Mast noch einen toten fliegenden Fisch. Wir versuchen noch, ihn als Köder für unsere Angel zu verwenden, aber leider reißt er direkt wieder ab.

Kurz vor dem Dunkelwerden hören wir ein metallisches Geräusch, dass wir zunächst nicht zuordnen können. DA! SCHON WIEDER! Es kommt vom Mast. Eine Segellatte ist aus Ihrer Fixierung im Mastrutscher heraus und nun kratzt bzw. schabt die Segellatte an der Mast-Nut und hebt sogar Späne ab. Kein sehr großer Schaden! Es muss aber alles wieder zueinander positioniert und ein Passstift eingeschoben werden. Leichter gesagt als getan. Wenn wir das Segel bergen, schaffen wir die Reparatur nicht vorm Dunkelwerden. Es sind nur noch wenige Minuten bis dahin. Wenn das Segel stehen bleibt, sind die Komponenten unter Spannung und die Positionierung ist gar nicht so einfach. Wir schaffen es trotzdem und können das Segel weiter im Stand-By halten, falls doch noch mal genug Wind zum Segeln kommt. Am Abend haben wir dann leider auch die „JoEmi“ vom Radar verloren. Unter Motor sind sie mindestens 3 kn schneller als wir. Da passt es dann einfach nicht. Gegen 22.00 Uhr kommt wieder Segelwind auf, der sich langsam bis auf 17 kn steigert. Wir kommen mit 7-8 kn gut voran und sind froh, dass wir das Segel einsatzbereit halten konnten. Die Nacht ist sehr feucht und relativ kühl. Es kommen die ersten Gedanken an lange Hosen auf. Das hatten wir lange nicht mehr.

Am Montag setzen wir am späten Vormittag den Spinnaker. Die „JoEmi“ ist rund 15 sm vor uns. Wir haben noch Funkkontakt, aber auf dem AIS sind sie lange verschwunden. Dieser Abstand bleibt tagsüber in etwa gleich. Gegen Abend stellen wir uns wieder einmal die Frage. „Lassen wir den Spi für die Nacht nun draußen oder nicht?“ Gegen 18.00 Uhr beantwortet uns das Segel die Frage selbst und hängt mangels Wind schlaff herunter, also Motor an. In der Nacht gibt es zwar immer wieder mal Phasen mit etwas Wind aber unter Segeln schaukelt es fürchterlich, weil die Welle recht hoch ist und irgendwie von 3 Seiten gleichzeitig kommt. Mit weniger als 14 kn Wind ist heute Nacht an Segeln nicht zu denken.

Auch der Dienstag fügt sich in das bekannte Muster. Wenig Wind! Viel Motor. Das hatten wir uns jetzt langsam doch mal anders vorgestellt. Aber wir sind endlich im Golfstrom. Mit mindestens 2 und maximal 4 kn schiebt er uns. Die Welle ist weg. Oft fühlt es sich an, als stünden wir, aber die Instrumente sagen über Grund 6 kn, häufig sogar 8 kn an. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei über 11 kn. Das Etmal heute: 164 sm. So viel hatten wir noch nie. In der kommenden Nacht fahren wir wieder aus dem Golfstrom heraus. Sogar an die JoEmi sind wir bis auf 4 Meilen wieder heran gekommen. Oliver hat Fahrt heraus genommen, damit wir aufholen können. Ein riesiges Gewitter rund 30 sm weiter draußen auf See hält während der ganzen Nacht die Spannung aufrecht. Eine Zugrichtung zu uns herüber würde zwar unserer Logik widersprechen, aber wer weiß das schon alles so genau. Etwas unheimlich ist das schon.

Dafür sehen wir bei dieser Überfahrt jeden Abend tolle Sonnenuntergänge.

Am nächsten Mittwoch-Morgen ist es dann, als hätten wir eine Reise in eine andere Dimension gemacht. Über Nacht hat die Wasserfarbe vom „Aquamarin-Blau“ auf „Schmutzig Braun“ gewechselt. Die Wassertemperatur ist von 26 Grad auf 16 Grad gefallen. Der Himmel ist bedeckt. Die Lufttemperatur beträgt nur noch 24°C, gestern waren es noch 32 Grad. Was ist denn hier los? Nun. Das Fehlen des Golfstromes zeigt offensichtlich Wirkung. Wir haben Kap Hatteras gerundet.

Robin schläft noch. Heute bringe ich gegen 6.00 Uhr die Angeln aus, weil einiges an Bewegung im Wasser ist. Kurze Zeit später rumst es das erste Mal. Unser größter Köder wurde einfach so weggeschnappt. Die 1.6 mm dicke Nylon-Schnur hinter dem Stahl-Vorfach ist einfach so durchgerissen. Köder, Haken und Stahl-Vorfach: alles weg. Was war denn das für ein Monster? Ich nehme einen neuen Köder und bringe die Leine wieder aus. Es dauert vielleicht 10 oder 15 Minuten! Da rumst es wieder durch das ganze Schiff. Dieses Mal wurde das 1.3 mm dicke Stahl-Vorfach durchgebissen. Köder und Haken wieder weg. Nein! Das reicht jetzt! Was immer das für Fische hier sind… Die wollen wir nicht angeln. Kurze Zeit später berichtet die JoEmi, sie hätten einen weißen Hai hinter Ihrem Schiff gesichtet. Nein, wir wollen es nicht wissen… Wir sichten gegen 9.30 Uhr Delfine, die um unser Boot herumspielen. Die sind uns viel lieber.

Auch heute ist es wieder ein Mix aus Segeln mit wenig Wind und motoren. Langsam aber sicher denken wir wieder über den Diesel-Vorrat nach. Nur noch jeweils 1/3 Füllstand. Mangels Tank-Möglichkeit konnten wir auf den Bahamas nicht mit randvoll gefüllten Tank starten. Aber wir nähern uns der Chesapeake-Bay ja auch. Am Nachmittag trödeln wir gerade wieder mit 3-4 Knoten unter Segeln herum, als wir uns beim Blick nach links erschrecken. Ein riesiger Wolkenturm baut sich da auf. Was sagt das Radar? JA. DAS WIRD WAS! Direkt neben uns entsteht ein Gewitter, welches nach Osten also in unsere Richtung zieht. Es ist noch rund 15 Seemeilen entfernt. Wir schätzen ab, dass wir ungefähr 5 Meilen weiter nördlich sein sollten, um dem zu entgehen. Also beide Motoren an, vorsichtshalber ein Reff ins Großsegel, Vorsegel weg und Gas geben. Während wir fliehen, wird das Gebilde immer größer und kommt immer näher. Als wir irgendwann merken, dass wir nicht mehr entfliehen können, setzen wir wieder gereffte Segel und schalten die Motoren ab. Als uns die Ausläufer dann erreichen, sind wir mittlerweile 11 Seemeilen nach Norden geflüchtet. Das meiste zieht glücklicherweise unter uns durch. Wir bekommen nur einige Böen mit 30 Knoten Wind ab. Danach gibt es aber keine Ruhe mehr. Um uns herum entstehen ständig neue Gewitter. Obwohl wir keines mit dem Zentrum ab bekommen, haben wir doch immer wieder Starkwind-Phasen und in der Nacht blitzt es, als hätte jemand das Licht eingeschaltet.

Nach dem ersten Gewitter tauchen einige Navy-Schiffe ohne AIS auf dem Radar auf. Über UKW-Funk geben sie Ihre Position durch und teilen mit, dass sie Mann-über-Bord-Manöver üben. Man soll sich fernhalten. Wir werden mit „Approaching Sailing Vessels“ sogar persönlich aufgefordert wegzubleiben. Dummerweise liegt das „Warship xx“ genau auf unserer geplanten Kurslinie. Die „Step By Step“ ändert den Kurs um 25°. Das sollte reichen, um 2 Seemeilen Abstand zu wahren. Das können wir gerade noch Am-Wind segeln. Die „JoEmi“ ändert weniger und würde nur eine halbe Meile daran vorbeifahren. Prompt gibt es eine weitere Anweisung von „Warship xx“: 3 Seemeilen hätten sie nun gerne. Na toll. Dann dürfen wir jetzt gegen Wind und Welle anstampfen, aber vermutlich hat „Warship xx“ Hausrecht und wir gehorchen.

Wie geplant sind wir am frühen Morgen am Eingang der Chesapeake-Bay. Wir melden uns via UKW-Funk bei der Coastguard an und bekommen eine Telefonnummer mitgeteilt, wo wir anrufen sollen. Das machen wir und die freundliche Dame am Telefon nimmt unsere Daten entgegen. Wir können entweder in Hampton anlanden, dort liegt auch die Eleonore. Dann kommen Zoll und Einwanderung zu uns an Bord. Oder wir fahren weiter nach Deltaville, dort würden wir aber erst gegen Abend ankommen. Der zuständige Zoll wäre dann in Richmond, das ist ungefähr 60 km von Deltaville entfernt. Dann müssten wir aber selbst sehen, wie wir dorthin kommen. Wir entscheiden uns für Hampton, damit wir auch die Ellis mal wieder treffen.

Wir sagen der Dame am Telefon, dass wir gegen 13.00 Uhr in Hampton bei der Blue Water Marina sind. Anschließend wollen wir via Telefon den Liegeplatz dort klarmachen und bekommen eine Absage. Kein Platz für unseren Kat. Nur einen Liegeplatz, der ziemlich genauso breit wie unser Schiff ist, hätte man. Das könnten wir gerne versuchen. Es wäre aber sehr, sehr eng. Wir verabreden, dass wir zunächst zum Tanken hereinkommen und uns den Liegeplatz dann einmal von Land aus ansehen. Als wir um 12.30 Uhr an der Tanke liegen, hat der Dockmaster doch noch ein anderes Plätzchen für uns ausgemacht. Gut, dass wir uns nicht so schnell haben abwimmeln lassen. Der Preis ist mit 76,-$ plus Steuer pro Nacht allerdings kein Schnäppchen. Egal! Wir wollen nach 5 Tagen endlich ankommen. Dafür gibt es gute Sanitäranlagen und einen tollen Pool für die Kinder.

Kaum liegen wir fest, kommen Customs und Immigration pünktlich um 13.05 Uhr zu uns an Bord. Die Officer sind sehr nett und haben Spaß an Ihrer Arbeit. Wir haben so viel Schreckliches über schlecht gelaunte Beamte gehört, die das Schiff am liebsten auseinander nehmen möchten. Das können wir alles nicht bestätigen. Wenn man sich an die Spielregeln hält, scheint alles glatt zu laufen. Leider müssen wir für das Cruising Permit noch nach Norfolk fahren. Das liegt rund 45 Auto-Minuten entfernt. Dafür brauchen wir entweder ein Taxi oder einen Leihwagen. Heute kriegen wir das nicht mehr hin.

Die Ellis hatten heute einen Mietwagen, den müssen sie aber morgen früh schon wieder abgeben. Anja reserviert via Internet ein kleines Auto bei der gleichen Firma. Thomas nimmt mich morgens mit zur Station als er den Wagen zurück bringt. Als ich dort auf die Reservierung zu sprechen komme, guckt man mich mit traurigen Augen an und sagt: „Sorry! Wir haben heute kein Auto für Dich.“ Es wären sowieso einige Upgrades erforderlich, weil sie kaum kleine Autos haben, aber jetzt haben sie gar keines. Man würde mich anrufen, wenn eines hereinkommt. Das wäre aber frühestens am Nachmittag. Ich drehe mich um und frage, was denn mit dem Jeep ist, der da gerade von Thomas zurückgegeben wird. Ach so! Ja. Den könne ich haben. So kommen wir zum Kleinwagen-Preis von 40.85$ an einen großen Geländewagen.

Gemeinsam mit Oliver fahre ich nach Norfolk. Die Stadt ist groß und Parkplätze sind rar. Wir parken schwarz auf dem bewachten Parkplatz einer Bank. Der Officer im Port Office stellt uns für jeweils 19,-$ das Cruising Permit aus und nach gut 30 Minuten sind wir wieder draußen. Auch das ging unkompliziert und hat mit schwierigen Behördengängen nichts zu tun. Anschließend gönnen wir uns noch einen Kaffee bei Starbucks und machen uns auf die Rückreise. Das Spannendste an der ganzen Angelegenheit war die Sprit-Situation des Autos. Bereits nach der Hälfte des Hinweges ging die Warnleuchte an. Leider haben wir weder auf dem Weg, noch in Norfolk, eine Tank-Möglichkeit auf gesehen. Zum Schluss schalten wir sogar noch die Klima-Anlage aus, um die restlichen Tropfen nicht zu vergeuden. Erst zurück in Deltaville können wir das kostbare Nass auffüllen und bekommen für 10,-$ fast den halben Tank voll. 🙂 Hier wird in Gallonen (rund 3,8 Liter) abgerechnet.

Am Abend nutzen wir das Auto noch einmal zum Einkaufen. Wir Männer fahren zu „West-Marine“, einem großen Chandler, und die Frauen gehen schon mal zum Supermarkt vor. Wir sind völlig geflasht! Hier in den USA gibt es wieder alles und es ist auch wieder bezahlbar. Wir müssen uns schwer zurückhalten, das Portemonnaie geschlossen zu lassen.

Am Samstag geht es dann weiter nach Deltaville. Wieder kaum Wind. Der Motor läuft die ganze Zeit. Hin und wieder können wir die Segel wenigstens zur Unterstützung setzen. Wir haben die Angel zwar draußen, aber wir sehen, dass die Angelboote hier nicht trollen, sondern am Platz ankern und den Haken dort ins Wasser halten. Wir müssen uns mal schlau machen… Am Nachmittag werden wir unterwegs Opfer einer Fliegen- und Moskito-Plage. Am schlimmsten sind die Fliegen. Obwohl sie wie normale Stubenfliegen aussehen, tut es richtig weh, wenn sie beißen und es blutet dann auch. Wir können uns nur noch nach drinnen verziehen und die Tür geschlossen halten. Erst gegen Abend als der Wind ein wenig zunimmt, hört das langsam auf.

Wir erreichen Deltaville gegen 19.00 Uhr. Die Einfahrt und die Marina, das könnte auch alles in Dänemark sein, denken wir. Alles ist so friedlich und still. Leider ist niemand mehr da, der uns einen Liegeplatz zuweisen könnte und so ankern wir für diese Nacht vor dem Hafen.

Als wir am nächsten Morgen an den Steg gehen, sind wir begeistert. Alles ist sauber und gepflegt, es steht ein Auto zur Verfügung, welches für 5,-$ pro Stunde für Besorgungen in Deltaville genutzt werden kann. Ein Gemeinschaftsraum mit WiFi, Fernsehen und Klimaanlage ist vorhanden, draußen gibt es einen Pool, mehrere Grillplätze mit großen Gasgrills und die Leute sind nett und hilfsbereit. Wir haben eine gute Wahl getroffen. Vielen Dank an die Florentines für die Empfehlung. Hier werden wir die „Step By Step“ für unseren Heimat-Urlaub parken, der am Montag, 12.06 beginnt. Erst Ende Juli wird es hier an dieser Stelle weitergehen.

Das Courtesy-Car der Marina – Jeder Liegeplatz-Inhaber kann es nutzen

 

 

 

 

 

 

 

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7 Kommentare

  • Ilka Göke

    8. Juni 2017 at 7:04 Antworten

    Ihr Lieben,

    jedes Mal, wenn ich Eure Berichte lese, denke ich das selbe – ich bewundere Euch, aber für mich wäre das nichts……. Die Häfen, Städte, Buchten, Landschaften, Sonnenuntergänge schon, aber 5 Tage am Stück auf dem Wasser, Unwetter, Materialprobleme – nein Danke! 😉

    Jetzt freue ich mich erst mal auf Euren Heimaturlaub!

    Liebe Grüße
    Ilka

    • Andre Schulz

      9. Juni 2017 at 3:48 Antworten

      Hallo Ilka, wir freuen uns auch auf den Urlaub vom Urlaub. 🙂 Wir sind mal sehr gespannt, wie der Ruhrpott sich anfühlt nach so langer Zeeit auf dem Schiff. Bis bald Anja, Andre und Robin

  • Markus und Elke

    9. Juni 2017 at 0:18 Antworten

    Hallo Ihr lieben Steppis,
    schön, eure Berichte zu lesen. Die Insel mit den Wildschweinen finden wir super und natürlich auch eure Fotos dazu!
    Ganz liebe Grüsse von den 4 Dianas

    • Andre Schulz

      9. Juni 2017 at 3:52 Antworten

      Hallo Ihr lieben Dianas, wir haben bei Eurer zweiten Atlantik-Überquerung ständig mit Euch gefiebert. Jeden Morgen hatten wir einen gespannten Blick auf „Euer“ Wetter und immer auf Besserung gehofft. Aber was zählt, ist das Ihr heile angekommen seid. Chapeau!

  • Annika

    9. Juni 2017 at 21:51 Antworten

    Ihr kommt nach Hause 🙂
    Es gibt sooooooo viel zu erzählen und zu berichten!
    Ich freue mich wahnsinnig auf euch ?

    Und Ilka hat vollkommen Recht: Für mich wäre das aus nichts… ? Aber es reicht ja, wenn nur die Hälfte der Familie so abenteuerlustig ist.

    • Andre Schulz

      10. Juni 2017 at 3:33 Antworten

      Wir freuen uns auch auf Euch!

  • Gabriele Buhlert

    11. Juni 2017 at 21:43 Antworten

    Hallo Ihr 3 „Steps“, wünschen euch einen schönen Heimaturlaub und weiterhin alles Gute! Die schönen Berichte sowie Fotos werden wir erst einmal vermissen. Liebe Grüße aus Berlin

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